Die Fasnet lebt – trotz der Pandemie und der Auflagen dazu.Fotos: Melle Foto: Schwarzwälder Bote

Kübele-Hannes: Die Lautlinger Narren zeigen trotz Lockdown buchstäblich Flagge

Albstadt-Lautlingen. Dass Fasnet eine Lebenseinstellung ist und nicht nur ein alljährlich intermittierendes Ereignis zwischen Weihnachts- und Fastenzeit, das stellt derzeit so mancher Haushalt in Lautlingen unter Beweis, indem er buchstäblich Flagge zeigt. Micha Fürst, Zunftmeister der Kübele-Hannes, hatte seine Narren und ihre Freunde aufgerufen, ihre Häuser innen wie außen närrisch zu schmücken, und diesem Aufruf waren sie gefolgt. Eigens für die so spezielle Fasnet 2021 entworfene Banner in den Lautlinger Ortsfarben, versehen mit dem Zunftwappen, bezeugen farbenfroh ihre Entschlossenheit, sich von einem Virus nicht unterkriegen zu lassen, desgleichen so mancher zum Narrenbaum umfunktionierte Christbaum.

Den Vogel abgeschossen hat dabei Zunftmitglied Sven Streich – sein Narreneck in der Lautlinger Siedlerstraße sucht seinesgleichen. Mit Narrenbaum, Narrenwimpeln den offiziellen und eigenen Bannern hat er Haus und Garten in eine kleine Fasnetswelt verwandelt, die er gelegentlich nachts farbig illuminiert – unter anderem jüngst beim Besuch von Zunftmeister Micha Fürst, der gekommen war, um Streichs Kreation offiziell "abzunehmen". So weckt Corona Kreativität an vielen Orten und bei vielen Menschen – einer der wenigen positiven Aspekte des Trauerspiels.

Im übrigen sind die Kübele-Hannes in den nächsten Tagen zu "virtuellen Ausfahrten" eingeladen, auf denen in gemeinsamen Videokonferenzen Fotos von früheren närrischen Festivitäten gezeigt werden und vergangene Jubiläen Revue passieren dürfen. Auch ein virtueller Brauchtumsabend steht an; im Narrenfahrplan ist alles ordentlich aufgeführt – mit "Ab- und Rückfahrtszeiten".

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