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Albstadt Deutschlands ältester Wirt

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Die "Wirtschaft zur Weide" in Laufen war Johannes Königs Reich. Gut möglich, dass dort Fritz Wedel und seine Frau einkehrten. Foto: Schwarzwälder Bote

Wen zeigt das Porträt, das der Maler Friedrich Wedel gezeichnet und der Schriftsteller Volker Jehle auf dem Flohmarkt gefunden hat? Ein Aufruf im Schwarzwälder Boten hat es zu Tage gebracht: Der Portraitierte ist ein hundertjähriger Wirt.

Albstadt-Laufen. An einem echten "Wedel" konnte Volker Jehle einfach nicht vorbeigehen: Auf einem Balinger Flohmarkt hatte der Geislinger Schriftsteller mit Albstädter Wurzeln – es ist schon einige Zeit her – ein Porträt mit der Signatur des Burgfeldener Künstlers entdeckt, aber keine Ahnung, wen das Bild zeigt.

Uwe Weinreich aus Frommern war es nun, der Jehle – nach einem Aufruf im Schwarzwälder Boten, den entscheidenden Tipp gab und noch ein weiterer Anrufer, der Weinreichs Information bestätigte: Bei dem Portraitierten handelt sich um Johannes König, genannt "Weidenbäck", der 1938 – in dem Jahr, in dem Friedrich Wedel ihn portraitiert hat – 100 Jahre alt war. In Laufen an der Eyach habe König, geboren am 4. November 1837, die Wirtschaft "Zur Weide" geführt und als ältester Gastwirt Deutschlands gegolten, hat Volker Jehle herausgefunden.

Allerhand Bildmaterial, darunter Postkarten, weitere Bilder und das Buch "1200 Jahre Laufen", das bei der Ortsverwaltung Laufen noch zu haben sei, hat Jehles Recherche zu Tage gefördert. "Und überall trägt Johannes König diese besondere Mütze", sagt der Autor mit Blick auf die eigenartige Kopfbedeckung des Portraitierten. So hat Jehle sich bei der Hutmanufaktur Hanni-Modell erkundigt und erfahren, dass es sich um eine so genannte "Rauchkappe", eine Hauskappe für Herren, handele. Im 19. Jahrhundert hätten Männer sie gerne getragen, um zu verhindern, dass ihr Haar nach Rauch riecht, wenn sie im Ohrensessel mit einer Hausjacke aus Samt saßen und ihre Pfeife rauchten. "Gastwirte trugen diese Kappe auch in ihren Schankstuben", berichtet Jehle. "Deshalb wird sie auch Gastwirtskappe genannt. Es gibt sie einfach bis reich bestickt, aus Brokat und Seide oder Filz mit Borte, oft mit einer Quaste."

Wie es dazu kam, dass Friedrich Wedel den Laufener Gastwirt portraitierte? Darüber kann Volker Jehle nur spekulieren: "Von Burgfelden nach Laufen war es ein kurzer Weg", mutmaßt der Schriftsteller. "Vermutlich kehrte Friedrich Wedel alleine oder mit seiner Frau Edith Wedel-Kükenthal zuweilen in der ›Weide‹ ein." In der Chronik "Die Gemeinde Laufen", 1961 herausgegeben vom Statistischen Landesamt Baden-Württemberg in Verbindung mit dem Landkreis Balingen, heißt es über das Gasthaus "Zur Weide", es seine eine von zwei Schildwirtschaften gewesen, die bis 1877 noch zu den schon lange vorher bestehenden Gasthäusern "Ochsen" und "Adler" – Bierbrauerei inklusive – hinzu gekommen seien. Als weitere jüngere Schildwirtschaft wird die "Linde" genannt. Über Johannes König und seine Gastwirtskollegen verrät die Chronik nichts.

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