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Albstadt Der Langenscheidt-Wörterbücher bedarf es nicht mehr

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Alexander Burmistrow und Heiner Costabél bei ihrem Gastspiel in der Alten schule in Burgfelden Foto: Schwarzwälder Bote

Albstadt-Burgfelden. Einen wunderbaren russisch-romantischen Winterabend haben die Besucher des Adventskonzerts "Zauber der Balalaika" in der Alten Schule in Burgfelden erlebt. Sie wurden vom Moskauer Balalaika-Virtuosen Alexander Burmistrow und dem Pianisten Heiner Costabél auf eine zweistündige musikalische Reise mitgenommen, deren einziger Wermutstropfen die geringe Zahl der Passagiere, sprich: der Zuhörer war: In der Alten Schule bei Stefanie Doldinger blieben etliche Stühle leer.

Heiner Costabél und Alexander Burmistrow sind schon sehr lange Reisegefährten – ihr erster gemeinsamer Auftritt liegt mittlerweile 27 Jahre zurück: Die beiden spielten in Hamburg, keiner war der Sprache des anderen mächtig, und sie verständigten sich mit Hilfe zweier Langenscheidt-Wörterbücher, die der Russe im Gepäck hatte. Mittlerweile verstehen sie sich ausgezeichnet, kommen ohne Wörterbücher aus und sind so eingespielt, dass es eines Programmes nicht bedarf. Den Konzerttermin in der Alten Schule hatten Costabél und Stefanie Doldinger im September vereinbart, als der Pianist ein Gastspiel in der St.-Michaelskirche gab und feststellte, dass ein Auftritt ein einem etwas intimeren Rahmen auch seinen Reiz hätte. So gelangte der "Zauber der Balalaika" in die Alten Schule – passend zur Vorweihnachtszeit.

Es waren, wie gesagt, weniger gekommen, als der Anlass es verdient hätte, aber dem Engagement der beiden Vollblutmusiker tat das keinen Abbruch. Heiner Costabél bot wie immer eine lebendige Conférence und wusste viel über das alte Russland und die adlige Gesellschaft von St. Petersburg zu erzählen – und was Alexander Burmistrow seinem Instrument mit dem dreieckigen Korpus und den drei Saiten, von denen zwei auf denselben Ton gestimmt sind, entlockte, war aller Ehren wert. "Unglaublich, was er aus seinem kleinen Kistle rausholt", kommentierte der Pfeffinger Künstler Wolfgang Wiebe. Russische Balladen, die winterliche Stimmung verbreiteten, wechselten mit einem temperamentvollen Tanz um die Birke, einfühlsame russische Volksweisen mit Walzern von westlicher Eleganz. Indes gestatteten sich die beiden Musiker auch Abstecher nach Ungarn in gestalt eines Csárdás und in die Welt des Balletts, die ohnehin eine russische Domäne ist. Sie begeisterten mit einem melancholischen und sehr russisch anmutenden Prélude von Sergej Rachmaninow, um – so Heiner Costabél – "wohlbehalten und ohne Depression" wieder aus der dunkel getönten Klangflut aufzutauchen. Auf alte Kirchenlieder folgten Romanzen und auf dieser wiederum die Schlittenfahrt auf der zugefrorenen Wolga in einer eiskalten und mondhellen Januarnacht. Lang anhaltender Applaus war der Lohn für die überaus abwechslungsreiche Unterhaltung. wurde

Für den sich die beiden Künstler wiederum mit drei Zugaben revanchierten, darunter "für das gereifte Publikum" die weltberühmte Filmmelodie aus "Doktor Schiwago" und Bachs "Ave Maria" von Johann Sebastian Bach – Alexander Burmistrow spielte es ohne Klavierbegleitung. Es war der brillante Abschluss eines Abends, der den Zuhörern noch lange in Erinnerung bleiben dürfte.

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