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Albstadt Deckel gegen Kinderlähmung

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Im Getränkelager der Firma Mebold fanden die Helfer eine sprudelnde Quelle für Flaschenverschlüsse. Fotos: Conzelmann Foto: Schwarzwälder Bote

Mit einer ungewöhnlichen Sammelaktion machen derzeit Rotarier und Rotar­acter auf den noch nicht gewonnenen Kampf gegen die Kinderlähmung, kurz Polio genannt, aufmerksam.

Albstadt-Ebingen. "Deckel gegen Polio" heißt die Sammlung, die weltweit Schluckimpfungen gegen die tückische Kinderlähmung finanziert. "Jeder kann spenden, ohne Geld auszugeben", berichtet Florian Barking, der die Aktion in Ebingen in Kooperation mit dem Rotary Club Ebingen-Zollernalb mitorganisiert hat. Es geht darum, Schraubdeckel von Kunststoffflaschen zu sammeln, denn Pfandflaschen können auch ohne Deckel zurückgegeben werden, so lange auf dem Flaschenkörper das Pfandzeichen vorhanden ist.

Auf dem Hof der Firma Getränke Mebold – der Inhaber Andreas Mebold ist selbst Rotarier – schraubten die Helfer am Samstag, was das Zeug hält: Eine Palette mit Getränkekisten finanziert eine Schluckimpfung. 500 Deckel werden benötigt, um eine Impfeinheit bezahlen zu können – und somit ein Leben zu retten. Seit dem Start der Aktion im August 2014 sind 171 818 000 Deckel verwertet worden, aus deren Erlös mehr als 342 300 Schluckimpfungen finanziert wurden, und da die Bill- und Melinda-Gates-Stiftung jeden Dollar, den Rotary bringt, verdreifacht, waren es sogar mehr als 1 027 000 Schluckimpfungen, die auf diese Weise bezahlt wurden.

Florian Barking, Präsident von Rotaract Sigmaringen-Albstadt hat durch Aktionen in Sigmaringen schon Erfahrung mit "Deckel gegen Polio" gesammelt. Rotaract steht für "Rotary in Action" und richtet sich an junge Menschen zwischen 18 und 30 Jahren. Das Motto "Lernen – Helfen – Feiern" verbindet sie, und dass Helfen nicht nur eine humanitäre Verpflichtung ist, sondern durchaus auch Spaß machen kann, war bei der Aktion in Ebingen spürbar. Stundenlang standen die Helfer auf dem Hof des Getränkemarktes und schraubten Deckel um Deckel ab, ist das Lager von Andreas Mebold dafür doch eine hervorragende Quelle. Auch Privataushalte können sammeln und die Deckel im Getränkemarkt in einen Behälter abgeben.

Seit 1985 kämpft Rotary International in Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation WHO und Unicef dafür, die Welt von der Kinderlähmung zu befreien, was zu 99 Prozent gelungen ist: Gab es damals noch 125 Länder mit 350 000 neuen Infektionen pro Jahr, ist dank umfassender Impfmaßnahmen seither die Zahl der jährlichen Neuinfektionen auf weniger als 30 gesunken. Nur noch in Afghanistan, Pakistan und Nigeria ist die Bevölkerung akut von Polio-Viren bedroht.

Dennoch sei es auch in Deutschland lebenswichtig, den Durchimpfungsgrad bei Kindern hoch zu halten, betont Hans Pfarr, der im Auftrag von Rotary Deutschland die Aktion "End Polio now" betreut. Polioviren könnten unbemerkt eingeschleppt werden und die Krankheit auslösen. Auch Erwachsenen empfiehlt Hans Pfarr, einen Blick in den Impfpass zu werfen und die Impfung gegebenenfalls aufzufrischen: "Das nächste Virus ist nur eine Flugreise entfernt!"

Ziel der Aktion ist es, bis Ende 2018 die Übertragungskette weltweit zu unterbrechen. Denn, so Pfarr: "Eine Heilung gibt es nicht! Bis zur vollständigen Ausrottung des Polio-Virus sind alle Kinder der Welt gefährdet."

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