Der Gedenkstein für Anna Maria Strobel ist auf Initiative des Ortschaftsrates Pfeffingen frisch restauriert worden. Foto: Schwarzwälder Bote

Kleindenkmal: Anna Maria Strobels Schicksal soll nicht in Vergessenheit geraten / Am Riese zu Tode gestürzt

Das Kleindenkmal für Anna Maria Strobel auf dem Pfeffinger Irrenberg zieht stets Blicke der Wanderer auf sich. Der Ortschaftsrat hat es nun restaurieren lassen, damit das auch so bleibt.

Albstadt-Pfeffingen. Der vielbegangene Traufgang "Wiesenrunde" führt direkt am Kleindenkmal für Anna Maria Strobel vorbei. Gingen früher nur einzelne Wanderer den Weg am Albtrauf, hat sich deren Zahl seit Ausweisung des Premiumwanderwegs "Wiesenrunde" um ein Vielfaches erhöht. Seit langer Zeit steht dort ein Gedenkstein, der an Anna Maria Strobel erinnert. "An dieser Stelle verunglückte in der Nacht zum 14. Oktober 1889 A. Maria Strobel, geb. Fuoss vom Zitterhof, geb. 28. Mai 1826. Psalm 10.I" steht darauf.

Es gibt einige Geschichten dazu, doch niemand weiß genau, was damals passierte. Jedenfalls erzählte man sich einst, dass sich die Bäuerin auf dem Heimweg von Streichen zum Zitterhof befand. In der Dunkelheit soll sie einem Licht gefolgt sein, das sie dem Zitterhof zuordnete. Vermutlich kam es vom so genannten "Stich" oder aus Richtung Onstmettingen. Anna Maria Strobel folgte dem Licht und stürzte am Steilhang in den Tod.

Friedrich Wissmann verrät im Heimatbuch auch nicht viel mehr

Aus dem 1959 von Friedrich Wissmann publizierten Pfeffinger Heimatbuch geht nichts Näheres hervor: Dort steht nur, "dass später im Winkel", an der heutigen Onstmettinger Straße gelegen, "der Christian Strobel wohnte und dort einen kleinen Laden betrieb; sein Bruder war der Strobel vom Zitterhof, ein recht ansehnlicher Bauer. Ihre Mutter war nachts von Streichen an der Riese des Irrenbergs abgestürzt und tödlich verunglückt".

Im Laufe der Jahrzehnte hatte die Witterung dem Gedenkstein arg zugesetzt. Die Schrift war kaum mehr zu lesen, der Stein neigte sich in Richtung Abhang. Auf einen Antrag im Pfeffinger Ortschaftsrat wurde eine Restaurierung in Auftrag gegeben.

Die Firma Eduard Schnell, Steinmetz- und Bildhauerwerkstätte mit Denkmalpflege aus Fridingen an der Donau, hat den Stein vor Ort auf dem Irrenberg gereinigt und wieder aufgerichtet, Fehlstellen ergänzt und die Schrift ausgebessert. Finanziert wurde die Maßnahme durch Spenden, aus dem Etat der Eigenverfügungsmittel des Ortschaftsrates und dem Amt für Tourismus, wofür Ortsvorsteher Roland Merz und der Ortschaftsrat allen danken, welche die Restaurierung möglich gemacht haben, betont Merz.

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