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Albstadt Das glatte Gegenteil von Blutsaugern

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Von Fledermäusen versteht kaum einer so viel wie er: Christian Dietz. Foto: Schwarzwälder Bote

Seit fünf Jahren betreiben der NABU Albstadt und die Albstadtwerke gemeinsam "albstrom-regio-Projekte". Jetzt haben sie Bilanz gezogen und neue Vorhaben vorgestellt, die sie im kommenden Jahr in Angriff nehmen wollten.

Albstadt-Ebingen. 14 Projekte hat der NABU im Lauf dieser fünf Jahre bewältigt; NABU-Vorstandsmitglied Hans Raab stellte sie dem Publikum – Albstromkunden und NABU-Mitglieder – im Konferenzsaal der Ebinger Festhalle im Anschluss an Gerhard Layhs Begrüßungsansprache vor, allen voran das Margrethausener "Leuchturmprojekt" Schwalbenturm. Für die Albstadtwerke sprach Marketingfachfrau Stefanie Burggraf, die den Albstromkunden für ihre Bereitschaft dankte, den Naturschutz mit einem Cent pro Kilowattstunde zu unterstützen.

Danach stellte Mathias Stauß, Stadtwerke-Mitarbeiter sowie NABU-Vorstandsmitglied und -Organisationschef, laufende und anstehende Projekte vor. In Bitz und Winterlingen werden jeweils 500 Euro in Schulprojekte investiert; eines dreht sich um Wildkräuter, das andere um die Erhaltung einer Streuobstwiese. Eine wesentlich größere Herausforderung nimmt der NABU jedoch in Albstadt an: Auf Wunsch der albstrom-Kunden wird er versuchen, drei stillgelegte Wasserhochbehälter in Margrethausen, Truchtelfingen und Laufen mit Fledermäusen zu bevölkern.

Dafür steht eine Spendensumme von 5500 Euro zur Verfügung. Indes wird der NABU nicht nur Geld investieren, sondern auch viel Zeit und Arbeit: Die Schutzanstriche müssen entfernt werden, denn sie schlucken die Schallwellen des Fledermaussonars, Wände müssen aufgeraut, Rollbetonsteinen aufgestellt, der Boden mit Erde und Schotter bedeckt werden. Eine Öffnung fürs Regenwasser muss her – und vor allem Unbefugten der Zutritt verwehrt bleiben.

Das Geschenk, das jeder Albstromkunde als Zeichen des Danks erhielt, war das Buch "Die Fledermäuse Europas", dessen Verfasser Christian Dietz an diesem Abend Gastreferent war. Von ihm erfuhren die Gäste, dass es in Südostasien Fledermäuse gibt, die Nektar lecken wie ein Kolibri, dass Wüstenfledermäuse Wasser speichern können wie Kamele, dass die Flughunde der tropischen Regenwälder ein Faible für Mangos haben, dass es fischfressende Fledermäuse gibt und dass sich die Vampirfledermäuse in den USA vom Blut großer Säugetiere – auch der Mensch ist eines! – ernähren.

Da sind die Schwaben besser dran – hierzulande haben sich die Fledermäuse auf Insekten spezialisiert. Sie saugen kein Blut, sondern halten den Menschen im Gegenteil die Blutsauger vom Leib, die sie mit der Schwanzflughaut einfangen und sodann mit den Flugarmen "pflücken". Fledermausweibchen bringen pro Jahr nur ein Junges zur Welt, und da Pestizide und der Massenanbau von Energiepflanzen den Flattertieren ebenso zusetzen wie das Verschwinden der Streuobstwiesen, der Straßenverkehr – das "Braune Langohr" fliegt auf Kniehöhe – und die Beleuchtung von Gebäuden, sind viele der rund 2700 Fledermausarten Europas akut gefährdet. Die "Hufeisennase" ist bereits aus Baden-Württemberg verschwunden, dem grauen Langohr geht es ebenfalls sehr schlecht.

Immerhin, es gibt noch Refugien, etwa die Dachstühle von Kirchen – in der Haigerlocher Unterstadtkirche ist die mit 1800 Tieren größte Kolonie Deutschlands zu Hause, in den Höhlen der Alb überwintern rund 800 Mausohren, wenn sich nicht von lärmenden Störenfrieden geweckt oder gar vertrieben werden. Die Rollhalden des Schwarzwalds, Bunker, Bergwerke und Schächte dienen ebenfalls als Winterquartiere. Und nun bald auch einstige Hochbehälter.

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