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Albstadt Betatschte Hausbesitzer 13-jährige Tochter seiner Mieter?

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Vor dem Albstädter Amtsgericht steht seit Mittwoch ein 57-jähriger Albstädter. Foto: Ungureanu

Albstadt-Ebingen - Der Vorwurf wiegt schwer, das Vorstrafenregister ist nicht ganz ohne: Einem 57-jährigen Mann aus Albstadt wird vorgeworfen, irgendwann im Jahr 2016, die Tochter seiner Untermieterin, ein damals knapp 13-jähriges Mädchen, missbraucht zu haben. Über Schuld und Strafmaß hat jetzt das Albstädter Amtsgericht zu entscheiden. Starke Polizeipräsenz gab es am Eingang in den Gerichtssaal, weil es bei früheren Verhandlungen gegen den polizeibekannten Mann recht turbulent zugegangen war.

Laut Anklageschrift hatte der Mann das Mädchen überzeugt, bei ihm zu übernachten, um am anderen Morgen gemeinsam Zeitungen auszutragen. Im Lauf der Nacht soll er sich dann zu dem Kind ins Bett gelegt und es angefasst und geküsst haben. Am anderen Morgen habe er es gezwungen, mit ihm zu duschen. Beides laut Staatsanwalt Markus Engel "strafbar als sexuelle Handlung an einem Kind".

Angaben dazu wollte der 57-Jährige zunächst nicht machen. Eine Polizeibeamtin, die zwei Jahre später die Anzeige aufgenommen hatte, sagte, das Mädchen habe sich geschämt, der Mutter und dem Stiefvater von der Sache zu erzählen und sich erst zwei Jahre später dem Schwager des Stiefvaters beim Pizza-Ausfahren im Auto offenbart, weil sie zu ihm mehr Vertrauen hatte als zu Mutter und Stiefvater. Der "Onkel" habe es dann den Eltern erzählt.

Familie hatte hohe Mietschulden

Der Verteidiger gab zu bedenken, dass die Familie beim Angeklagten in Miete gewohnt habe und die Anzeige erst kurz nachdem das Mietverhältnis gekündigt worden war erfolgte. Das Mädchen habe zu dem Angeklagten einen freundschaftlichen Kontakt gehabt und noch 2018 regelmäßig WhatsApp-Nachrichten ausgetauscht. Vor der Kündigung habe es eine Brandstiftung gegeben, sagte der Angeklagte, das Mädchen habe seine Thuja-Hecke niedergebrannt. Die Familie habe hohe Mietschulden bei ihm gehabt, so hohe, dass er das Haus habe verkaufen müssen.

Der Schwager des Stiefvaters gab an, das Mädchen habe ihm erzählt, die sei im Lauf des Abends "betatscht" und am anderen Morgen gezwungen worden, mit dem Mann zu duschen. Zum Geschlechtsverkehr sei es aber nicht gekommen. Er schilderte das Opfer als "eher zurückgezogenes Mädel". Wer die Thuja-Hecke angezündet habe, wisse er nicht. Vielleicht das Mädchen, vielleicht auch die Jungs. Über den Angeklagten, den er kennengelernt habe, als jener als Busfahrer arbeitete, könne er nichts Schlechtes sagen.

Die 36-jährige Mutter des Opfers sagte, sie habe zwar gespürt, dass sie Tochter ein Problem hatte, jene habe aber "keine Nähe zugelassen". Dann habe sie dem Schwager ihres Lebensgefährten von dem Vorfall erzählt, der habe es dann den Eltern gesagt, "und sie war froh, dass es raus war". Danach sei das Verhältnis zu Mutter und Stiefvater besser gewesen, "aber über Sexualität redete sie nie".

Seltsam, dass es nach dem Vorfall noch Kontakt zwischen den Kindern und dem jetzt Angeklagten gegeben hatte: Einmal, als sie gerade auf der Heimfahrt gewesen sei, habe sie das Gefühl gehabt, "da stimmt was nicht". Sie habe den jetzt Beklagten angerufen. Der habe ihr erzählt, die Kinder seien bei ihm Kuchen essen. Warum das Mädchen freiwillig in die Wohnung des Mannes gegangen war, blieb unklar.

Mutter und Angeklagter aus dem Saal geschickt

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit wurde danach die mittlerweile 16-Jährige befragt. Nach einer Panik-Attacke wurden auch ihre Mutter und der Angeklagte aus dem Saal geschickt.

Zuungunsten des Angeklagten, der nach einem schweren Unfall arbeitslos ist und keinerlei Einkommen bezieht, waren zweifellos die Auszüge aus dem Bundeszentralregister, die die Vorsitzende Richterin vorlas: Erpressung, Körperverletzung, gemeinschaftlicher Raub, sexueller Missbrauch von Kindern, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, wobei immer wieder Polizisten verletzt worden waren.

Polizei und Justiz wollte der Angeklagte, der vorgab, im "Deutschen Reich" zu leben und ein "Mensch" zu sein, nicht als Staatsmacht anerkennen: Deutschland sei eine GmbH, die Polizei ein "privater Sicherheitsdienst". Von diesen Ansichten und Leuten habe er sich mittlerweile distanziert. Er sei ein Deutscher. Und er wolle nur seine Ruhe haben.

Plädoyers und Urteil sind am Mittwoch, 20. November, ab 8 Uhr im Albstädter Amtsgericht.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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