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Albstadt "Bei uns geht’s richtig familiär zu"

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Jeder bringt sich bei der Methodistenkirche mit seiner Begabung ein: Das Foto zeigt eine Ausstellung biblischer Erzählfiguren von Margitta Lebherz (Zweite von rechts). Fotos: Eyrich Foto: Schwarzwälder Bote

Vakanzen gibt es immer mal wieder in Kirchengemeinden. Dann helfen die Nachbarpfarrer aus. Doch was macht die evangelisch-methodistische Kirche Albstadt und Meßstetten seit dem Weggang von Pastor Walther Seiler?

Albstadt/Meßstetten. Nachbarpfarreien im nächsten Ort? In der katholischen und der evangelischen Gemeinde gibt es das. In der evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) sind die Bezirke etwas größer, und so müssen sich die Gläubigen in Vakanzzeiten auch mal von weiter weg Pastoren holen – und kreativ sein.

Seit Pastor Walther Seiler Ende November nach Belin gegangen ist, herrscht im Bezirk Albstadt/Meßstetten eine Vakanz, die wohl noch bis mindestens Spätsommer 2020 andauern wird. "Aber er hat vorher noch einen Dienstplan bis Ende Mai gemacht", berichten Ute Leins und Rebecca Rutkowski, die dem engsten Leitungskreis des Bezirks angehören. So wechseln sich Pastoren aus nah und fern, auch solche im Ruhestand, und Laienprediger bei der Gestaltung der Gottesdienste ab.

Ein Leitungskreis aus vier Personen teilt sich die weiteren Aufgaben, kümmert sich um die Post, Organisatorisches und das Sekretariat.

Ab Februar übernimmt Ruhestandspastor Klaus Schroer die Vertretung – nicht nur als Prediger. Bis hierher war manches freilich eine große Herausforderung, wie Leins betont. Etwa wenn ein Pastor aus dem Raum Stuttgart zu einem Trauergespräch, einer Beerdigung oder einem anderen, nicht planbaren Termin eigens kommen musste.

220, davon rund 100 sehr aktive, Gemeindeglieder zählt die EmK im Bezirk Albstadt/Meßstetten. Anders als Angehörige der katholischen oder evangelischen Kirche zahlen die Methodisten keine Kirchensteuer, sondern – je nach persönlichen Möglichkeiten – einen finanziellen Beitrag, den die Konferenz – vergleichbar einer Synode – sammelt und damit unter anderem die Pastoren bezahlt. Außerdem sind die Gläubigen aufgerufen, sich mit ihren Begabungen einzubringen, etwa bei der musikalischen Gestaltung der Gottesdienste.

Mitglied der EmK werden Methodisten durch einen Schritt, den sie bewusst tun müssen: die "Aufnahme in die Gliedschaft". Eine Taufe gibt es freilich auch, und die Einsegnung ist der Konfirmation, ebenfalls im Alter von rund 14 Jahren, vergleichbar.

Ans Mikrofon dürfen alle Gemeindeglieder

Auch manche Elemente der Gottesdienste in Emk und evangelischer Kirche sind identisch. Anders als dort dürfen in der EmK schon kleine Kinder zum Abendmahl mit Saft und Brot gehen. Ein Liturg eröffnet den Gottesdienst, dessen Leitung der Pastor erst mit der Predigt übernimmt – in der ein starker Bezug zum Alltag der Gemeindeglieder allen wichtig ist. Der Predigt folgt ein weiteres Alleinstellungsmerkmal: In der "Zeit der Gemeinschaft", dem "Teilen" dürfen Gemeindeglieder ihre Gedanken äußern, Gebetsanliegen vortragen oder von Erfahrungen berichten.

"Bei uns geht es sehr familiär zu", betonen Leins und Rutkowski, denen eines wichtig ist: Die EmK sei keine "Sekte", wie manche meinten, sondern gehöre zum Arbeitskreis christlicher Kirchen. Deshalb beteiligt sie sich auch an Veranstaltungsreihen mit den evangelischen und zuweilen sogar den katholischen Kirchengemeinden vor Ort: "Beim ökumenischen Leseabend am 13. Februar ab 19.30 Uhr in der Kapellkirche sind wir beteiligt", sagt Leins als Beispiel.

Der familiäre Charakter des Gemeindelebens findet auch spezielle Ausdrucksformen wie "Kirche unterwegs" – eine Reihe, welche die Gläubigen 2019 auf den Campingplatz beim Badkap, in die Pfeffinger "Boulderbox" und den Schafstall des Buchner-Hofes geführt hat. "Wer von außen kommt, sucht oft das Familiäre, das Teilen des Glaubens", ob in Gottesdiensten, Hauskreisen oder der Gemeindefreizeit – die nächste führt Ende März Gemeindeglieder jedes Alters nach Überlingen.

"Wir freuen uns immer über Interessierte, die einfach mal kommen", betont Rebecca Rutkowski. Bei der EmK werden Gottesdienstbesucher sogar am Eingang begrüßt: ab Herbst, so hoffen alle, auch wieder von einem festen Pastor.

(key). In Albstadt und Meßstetten bietet die EmK ein vielseitiges Gemeindeleben. Es reicht von wöchentlichen Bibelstunden über den monatlichen Seniorenkreis und die Teens-Church bis zur "Sonntagsschule", der Kinderkirche parallel zum Gottesdienst. Jeden zweiten Sonntag im Monat sind alle Interessierten zum diakonischen Frühstück willkommen, für das Bäcker und Metzger im Bezirk am Samstag Lebensmittel spenden. Die Sonntagsgottesdienste beginnen in der Meßstetter Friedenskirche um 9.30 Uhr und in der Ebinger Pauluskirche um 10.30 Uhr. Dort trifft man sich außerdem einmal monatlich samstags zum Frauenfrühstück und am letzten Donnerstag im Monat zum Männervesper.

Jeden Donnerstag ab 19.30 Uhr – außer in Schulferien – probt der Regionalposaunenchor der Bezirke Albstadt und Balingen in der dortigen Kirche in der Kurt-Schumacher-Straße. Zwischen April und Oktober bieten die Methodisten je einmal monatlich Friedhofskaffee in Tailfingen und Ebingen an, und am Freitag vor dem ersten Advent ist der Adventsbasar in der Tailfinger Johanneskirche reich bestückt.

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