Albstadts Bauhöfe sind marode, der städtische Forstbetrieb hat kein eigenes Quartier. Die Stadt denkt über eine Zentralisierung nach – oder richtiger: will nachdenken lassen.
Albstadts Betriebshöfe, allen voran der in Tailfingen, zählen zum Erbe, das die acht Gemeinden, aus denen die Stadt hervorgegangen ist, ihr hinterlassen haben. Die Struktur ist dezentral, die Häuser stammen aus den frühen Siebzigern oder sind noch älter; sie leiden unter den typischen Alterskrankheiten von Gebäuden ihrer Generation. Der Energieverbrauch der Bauhöfe in Ebingen und Tailfingen ist exorbitant, der Bauzustand schlecht. Der Beton erodiert, frei liegende Stahlbewehrungen rosten vor sich hin, die Tailfinger Salzhalle, die aus nachvollziehbaren Gründen besonders gelitten hat, darf nicht mehr genutzt werden und ist gesperrt.
Auch an den Fahrzeughallen hat der Zahn der Zeit genagt. Es können nicht mehr alle Fahrzeuge darin untergebracht werden; für den Kanalwagen etwa musste ein Stellplatz angemietet werden. Überhaupt verteilt sich der Fuhrpark auf vier Stadtteile; ein Wagen steht in Lautlingen, weitere in Laufen, wo sich eine dritte Bauhof-Dependance neben den Bauhöfen in Ebingen und Tailfingen befindet. Früher waren es noch mehr; aus Margrethausen und Onstmettingen hat sich das Betriebsamt aber mittlerweile zurückgezogen.
Es bleiben auch so noch genug Standorte – ob Waschhalle, Werkstatt oder Sozialraum; in Albstadt gibt es alles doppelt. Im Zuge der „Gebäudebestandsoptimierung“ (GBO) wird deshalb erwogen, ob man, ehe man für viele Millionen den maroden Tailfinger Bauhof saniert, nicht einen nagelneuen Bauhof errichten könnte. Und ob man im Interesse einer allumfassenden Synergie nicht gleich noch den städtischen Forstbetrieb unter sein Dach holt. Die Forstleute sind derzeit über die halbe Stadt verstreut: Ihre Verwaltung haust im Haus am Uhlandsgarten, Hauptquartier der Ausbilder ist die Forsthütte auf dem Neuweiler, die Fahrzeuge sind teils in den Bauhöfen, teils bei der Ebinger Kläranlage abgestellt, und ihre Büroarbeit verrichten die Revierleiter zuhause. Eigentlich kein Zustand für den drittgrößten kommunalen Waldbesitzer des Landes – ein neuer Bauhof könnte hier Abhilfe schaffen.
Allerdings gilt es dabei eines zu bedenken: Die Dezentralität hat zwar den Nachteil der multiplen Struktur, aber dafür ist man nahe am Mann und am Ball, muss, um einen Baum zu fällen oder ein Pflanzbeet zu pflegen, nicht gleich halbe Tagesreisen auf sich nehmen. Die einheitliche Infrastruktur könnte zu Lasten der Kilometerabrechnung gehen, selbst wenn man den neuen Bauhof nicht im entlegenen Burgfelden, sondern einigermaßen zentral, etwa in Truchtelfingen oder im Tailfinger Süden, errichtet.
Externe Fachleute sollen Für und Wider prüfen
Aus diesem Grund wird die Stadtverwaltung dem Gemeinderat in dessen Sitzung am Donnerstag, 27. November, den Vorschlag unterbreiten, Vor- und Nachteile, Für und Wider in einer „Organisationsuntersuchung“ gegeneinander abzuwägen. Mit dieser will sie externe Fachleute beauftragen, die verschiedene Optionen auf Kosten und Nutzen, Synergien und Mehraufwand, überprüfen sollen, den zentralen Neubau ebenso wie Komplettsanierungen an den bestehenden Standorten. Sie verspricht sie davon eine fundierte Handlungsempfehlung und will sich die auch etwas kosten lassen: Mit 75 000 Euro wird der Preis der Organisationsuntersuchung veranschlagt – finanziert werden sie durch Mehreinnahmen im Bestattungswesen.