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Albstadt Ballettschüler zeigen ihr Können

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Foto: Katja Bartolec – Studio Lengerer

Albstadt-Tailfingen - "Wenn der Horizont die Grenze ist, fliegt die Fantasie darüber hinweg": Genau das ist passiert bei der großen Gala der Ballettschule Armin Weiß im Thalia-Theater, wo 150 Ballettschüler und Profitänzerin Tanja Probst Jubelstürme ernteten.

Schon die Kulissen sind traumhaft schön: Eine Windmühle dreht ruhig ihre Flügel, im Hintergrund liegt ein Dorf. Davor tanzen die "Windmühlen" mit Flügelumhängen und die "Wind"-Mädchen in changierendem himmelblauen Tüll. Es ist der Auftakt zum Hauptteil des Ballettabends, dem dritten großen der Ballettschule Armin Weiß nach 2009 und 2004, der "Von Pusteblumen und Träumen" erzählt.

"Die Fantasie ist das, was den Menschen zum Menschen macht und ihn befreit", sagt Erzählerin Sarah Walz, die auch einen der "Träume" tanzt. "Doch was ist geschehen im Tal der Windmühlen? Alles steht still. Der Mensch unterwirft sich der Maschine und glaubt, er wäre frei." Von diesem Dilemma erzählen die Tanzszenen, bei denen sich 150 Elevinnen und ein Eleve auf der Bühne abwechseln und nicht nur grazile Tänze zu vielsagenden Choreografien präsentieren, sondern auch gut durchdachte Kostüme – eines schöner als das andere. Bezaubernd sind die Jüngsten mit ihren bunten Tüchern als "Regenbogen" und die "Sternschnuppen" in gelb-goldenen Anzügen.

Ein Mix aus Eiffelturm und Weihnachtsbaum

Gut harmoniert das metallische Glänzen der "Maschinen" mit ihren roboterartigen Bewegungen. Weich fließen Bewegungen und Kleider der "Wolkenumhänge", die mit blau-silbrig-schimmerndem "Meeressaum" und den drolligen "Sternenkindern" mit ihrem goldenen Kopfschmuck – eine Mischung aus Eiffelturm und Weihnachtsbaum – die Bühne einnehmen. Aus ihnen will Näherin Anna, fantastisch getanzt von Emma Weiß, ein Kleid nähen. Sie ist die einzige, die das Träumen noch nicht aufgegeben hat, während der Vogelmann (ausdrucksstark: Isabel Kistermann) sich Antworten in der Technik erhofft.

Lesen ist auch keine Lösung

Weil Anna in den Büchern keine Lösungen findet, landet sie im Pusteblumengarten, tanzt auf Spitzenschuhen zwischen "Felszähnen" von Blume zu Pusteblume und lässt dabei auch ihre Fantasie tanzen: "Nicht immer muss alles zu einem Ziel führen", weiß Sarah Walz und ermutigt das Publikum: "Die Flügel, um zu fliegen, hat eigentlich jeder und viele Wünsche auf einmal sind eigentlich kaum aufzuhalten."

Wohl wahr, wie die letzten Szenen zeigen, in denen Sophia Kistermann als "Sphärischer Wunsch" in Weiß ein atemberaubendes Pas de deux – eigentlich ein Pas de trois – auf Spitze tanzt: mit dem Vogelmann und der Schneiderin. Die Macht der Wünsche bricht sich Bahn und die Wünsche kehren zu den Menschen zurück in einem grandiosen Schlussbild, das noch einmal die ganze Vielfalt der aufwendigen Inszenierung zeigt.

In Wölkchen-Weiß und Himmelblau

Nicht weniger Vielfalt erlebte das verzauberte Publikum übrigens im ersten Teil, in dem die Elevinnen – und Pascal Scholz als einziger Eleve mit großem Einsatz – "Variationen" präsentierten: Variationen der Ausbildung an der Ballettschule Armin Weiß und Variationen von Tänzen aus aller Welt. Drollig, die Kinder beim "Klassenkonzert", wie sie in Wölkchen-Weiß und Himmelblau über die Bühne hopsen, elegant der Walzer der Mädchen im Grundschulalter. Mit einer Polka und dem feurigen Stück "Le Corsaire" reißen Mädchen in schwingenden Röcken und federleichten Tutus das Publikum mit und legen dabei ebenso viel Präzision an den Tag wie die Mädchen, die in Stepptanz-Schuhen eine Tarantella tanzen, und jene, die mit Blumengebinden im Haar den "Charaktertanz" zelebrieren.

Moderne, gar avantgardistische Glanzpunkte setzen 14 Tänzerinnen als "Metamorphosis Four" – mit viel Eleganz, ebenso wie beim letzten Stück "The Photographer" zu wunderschöner Musik und in perfektem Zusammenspiel.

Höhepunkt des ersten Teils freilich war das Solo von Tanja Probst: Die frühere Schülerin der Ballettschule Armin Weiß ist nach ihrer weiteren Ausbildung in München und Mannheim inzwischen Profi-Tänzerin am Landestheater in Flensburg und setzte "Facetten und Gestalt einer Beziehung" – nach einer erstklassigen Choreografie von Armin Weiß – perfekt um. Dabei spürt das Publikum ihre Spannung bis in Zehen in Fingerspitzen. Ihr Instrument, ihren Körper, hat die ausdrucksstarke Tänzerin fein gestimmt und bringt dasselbe traumhaft schön zum Klingen.

Damit schließt sich der Bogen zum Thema eines Abends, bei dessen Umsetzung Armin und Eva Weiß viel Unterstützung hatten: Die Liste der Kostümschneiderinnen, Maskenbildnerinnen und Kulissenbastler füllte einen nicht geringen Teil des Programmhefts – und alle ernteten am Ende frenetischen Applaus.

 
 

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