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Albstadt Auto-Poser werden immer mehr zum Ärgernis

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Viel Chrom, Lack und Auspuff: Das Problem des "Auto-Posings" hat den Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung beschäftigt. Ein Patentrezept, der Lage Herr zu werden, hatte kein Ratsmitglied parat. (Symbolfoto) Foto: Anspach

Albstadt-Ebingen - Mit Problem des "Auto-Posings" hat sich der Technische und Umweltausschuss des Gemeinderats in seiner jüngsten Sitzung befasst. Patentrezepte hat keiner parat.

Berlin hat sie, Hamburg hat sie, Mannheim hat sie – und Albstadt hat sie auch: sogenannte Auto-Poser, die sich in optisch und akustisch hochzüchteten Karossen durch den öffentlichen Raum bewegen und versuchen, durch möglichst viel Lärm auf sich aufmerksam zu machen – eine Spielart des Machismo, bei dem Testosteron mit Benzin und Motorenöl verschnitten wird.

Die bevorzugten Poser-Reviere in Ebingen sind, wie die Mitglieder des Technischen und Umweltausschusses am Donnerstag von Peter Lan­denberger (Freie Wähler) und Thilo Frizenschaf (WSA) erfuhren, die Bahnhofsstraße auf Höhe des Schweinweihers und der Mazmann, aber auch im Kirchengraben "verkehren" regelmäßig Auto-Poser.

Sie lassen sich dabei multiple Ordnungsrechtsverstöße zuschulden kommen: Geschwindigkeitslimits werden ebenso leichten Herzens überschritten wie Lärmobergrenzen, und in der Bahnhofstraße wird zudem ein Fahrverbot für Privatwagen ignoriert – sie ist für Linienbusse reserviert.

Strafzettel zeigen keine Wirkung

Wie wird man des Unwesens Herr? Die Polizei kon­trolliere, erklärte Oberbürgermeister Klaus Konzelmann, selbst ehemaliger Ordnungshüter – und bekam darauf vom Kollegen Thilo Frizenschaf (WSA) zu hören, dass diese Kontrollen ein Fass ohne Boden seien und ihr Nutzwert eher zweifelhaft: "Ich komme aus dem Nummernaufschreiben gar nicht mehr heraus, wenn ich mal anfange."

Denn zum einen reichten die personellen Kapazitäten der Polizei für eine ständige und nicht nur sporadische Kon­trolltätigkeit nicht aus, weil sie halt noch viele andere Dinge zu tun habe. Zweitens sei ein überzeugter Auto-Poser durch einen oder auch mehrere Strafzettel nicht wirklich zu beeindrucken. Wer sich ein Hobby dieser Art leiste, dem machten 20 Euro gar nichts aus.

Angesichts solcher Dickfelligkeit favorisiert Thilo Frizenschaf eine andere Option, nämlich "bauliche Maßnahmen". Da wären zum Beispiel Schwellen, die eine Straße unpassierbar für tiefgelegte Vehikel machen. Oder – ein Vorschlag des OB – versenkbare Poller, an denen nur die Busse vorbeikämen. Allerdings zog Klaus Konzelmann die Realisierbarkeit dieser Maßnahme gleich selbst in Zweifel: "Da sind ja so viele Busse."

Sabrina Hipp von den Grünen empfahl, den Gordischen Knoten einfach durchzuhauen und ein generelles Fahrverbot zwischen Kiesinger-Platz und der Kreuzung von Bahnhof- und Gartstraße zu verhängen – auch für Busse. Aber damit war Michaela Maier, die Ordnungsamtschefin, nicht einverstanden: Die Bushaltestelle Bahnhofstraße/ Schweinweiher sei die zentralste und meistgenutzte in ganz Albstadt; man könne den Linienverkehr nicht verlegen, ohne die Attraktivität des Öffentlichen Personennahverkehrs nachhaltig zu schmälern.

Das abschließende Fazit zog Gerhard Penck, der Stadtbaumeister: "Die Quadratur des Kreises", stöhnte er. Die Diskussion geht weiter.

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