Mit Schaufel und Schubkarren machten sich die Rossentalschüler und die Forstabteilung der Stadtverwaltung ans WerkFoto: Roth Foto: Schwarzwälder Bote

Wanderwege: Kooperation zwischen Forstwirten und der Rossentalschule macht sich erneut bezahlt

Ausgetretene und matschige Passagen auf dem Rundwanderweg um den Braunhardsberg haben die Forstabteilung der Stadt Albstadt und die Schüler der Rossentalschule auf den Plan gerufen: Mit Kalksplit wollen sie gefahrloses Wandern wieder möglich machen.

Albstadt-Truchtelfingen. Der Rundwanderweg um den Braunhardsberg am Heilig-Brünnle hat unter starker Wanderfrequenz und dem nassen Wetter der zurückliegenden Monate gelitten: Vom ursprünglich geschotterten Weg oberhalb des Truchtelfinger Wohngebietes Bol war außer einem matschigen Trampel-Pfad nicht mehr viel übrig.

Das hat sich nun geändert: Die Forstausbildungsgruppe der Stadt Albstadt hat mit tatkräftiger Unterstützung der Schüler der Truchtelfinger Rossentalschule den Wanderweg wieder instand gesetzt.

Die hatten das Vorhaben wegen eigener Erfahrungen angeschoben: "Als die Rossentalschüler vor kurzer Zeit den Weg entlangwanderten, sind mehrere Jugendliche ausgerutscht", so Wolfgang Bitzer, zuständig für das Forstrevier Albstadt-Ost und Bitz. Die Gefahr, auszurutschen, sei besonders für ältere Menschen real, und die verkehrten häufig auf dem Rundwanderweg – für die gebrechlichen Knochen der Senioren eine ernstzunehmende Verletzungsgefahr.

Die wurde nun behoben: "Mit Kalksplit werden wir an den feuchten Stellen nachhelfen, um den Weg wieder trittfest zu machen", erklärt Bitzer. Der grobkörnige Kies stamme aus Straßberg und soll möglichst an der Oberfläche liegen bleiben. Denn: Neben dem eigentlichen Weg – der wegen Matsch und Co. nicht mehr angenehm zu begehen war – habe sich auf der Wiese nebenan ein neuer Weg gebildet. "Die Leute weichen dem Schlamm aus und laufen neben dem offiziellen Pfad. Das wollen wir natürlich vermeiden", erläutert Bitzer. Schließlich befinde sich westlich des Heilig-Brünnles ein Naturschutzgebiet, dessen Flora und Fauna besonderen Schutz genieße. Belastend komme hinzu, dass das Gebiet östlich des Heilig-Brünnles aus ökologischen Gründen häufig von Ziegen beweidet werde.

Handlungsbedarf besteht auf jeden Fall: Mit Schubkarren, Schaufeln und einem Anhänger voll zu verarbeitendem Material machten sich sechs Schüler in Begleitung ihrer Lehrer Rupert Unmuth und Katja Kanz bei Kaiserwetter an die Arbeit. Unterstützt wurden sie von Max Thiele, Pirmin Heinzelmann und Markus Schleicher, den drei Forstauszubildenden der Stadt Albstadt, sowie deren Ausbildungsleitern Eckard Hotz und Uwe Sommer. Die Unterstützung der angehenden Forstwirte ist nötig, da die Albstädter Wälder zertifiziert seien und somit nur mit professioneller Hilfe Hand angelegt werden dürfe.

Freiwillige sind Trumpf der Forstwirtschaft

Eugen Seyboldt, Leiter der Forstwirtschaftsabteilung der Stadt Albstadt, begleitete das Projekt ebenfalls und vertrat Oberbürgermeister Klaus Konzelmann: "Tourismus ist für die Stadt Albstadt ein wichtiges Thema. Nicht nur die Premiumwanderwege sind zu erhalten. Auch die Albstädter Bevölkerung soll von den Forstarbeiten profitieren." Regelmäßig werden die Wanderwege Albstadts von den Fortswirten inspiziert und insbesondere feuchte Stellen werden mit Materialen wie Hackschnitzel – oder am Besipiel Braunhardsberg mit Kies – ausgebessert.

Dabei setzt die Forstabteilung der Stadt auf Kooperationen mit freiwilligen Helfern: "Ohne Ehrenamtliche wäre es nicht möglich, Natur- und Landschaftspflege in diesem Ausmaß zu betreiben", bedankt sich Seyboldt bei den Rossentalschülern. Die sind nicht das erste Mal in und um Albstadt auf Achse: "Seit vergangenem Herbst haben wir eine gute Kooperation mit der Rossentalschule", sagt Wolfgang Bitzer über die produktive Zusammenarbeit mit der Truchtelfinger Bildungsstätte. Die Schülergruppe sei regelmäßig dienstags unterwegs und reinige die Albstädter Straßen und Wälder von allerlei Unrat. Im Bereich des Tailfinger Degerfelds und rund um den Neuweiler sammeln die Jugendlichen Müll, der von den Straßen durch Windböen in den Wald getragen werde.

Und auch die Schüler profitieren von ihrem Arbeitseinsatz: Die frische Luft ist gut für die Gesundheit und das Gemüt, und als Dankeschön an die Helfer spendiert die Stadt Albstadt allen Schülern ein Vesper im Anschluss an die Arbeiten. Der Startschuss zum ungefährdeten Wandern ist mit der Wanderweg-Aufbereitung gefallen.

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