Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Albstadt "Ausharren hat sich gelohnt"

Von
Gabi Schreiner und Iris Rauseo bleiben die Konstanten in der Tailfinger Arztpraxis, die Thomas Voelter an Sabine Merz (Zweite von links) übergibt.Foto: Voelter Foto: Schwarzwälder Bote

Es ist auch noch sein 72. Geburtstag: Thomas Voelter übergibt am Mittwoch seine Praxis für Allgemeinmedizin an Sabine Merz aus Balingen – für seine Patienten gerade in der aktuellen Lage ein wichtiges Zeichen, dass es weiter geht.

Albstadt-Tailfingen. Ein schöneres Geschenk zu seinem 72. Geburtstag hätte sich Thomas Voelter kaum wünschen können. Ist es dem Tailfinger Allgemeinmediziner doch ein großes Anliegen, seine Praxis in der Wasenstraße 4 nicht schließen zu müssen – nun, da er in den Ruhestand geht.

Mit Sabine Merz, der promovierten Fachärztin für Innere Medizin und Anästhesie, hat Voelter eine kompetente Nachfolgerin gefunden. Sie verfügt außerdem über Zusatzausbildungen in Notfallmedizin, Palliativmedizin, Akupunktur und Naturheilverfahren. Nach ihrer Ausbildung zur Medizinisch-Technischen Assistentin hatte Sabine Merz beschlossen, Ärztin zu werden, ihr Studium absolviert und inzwischen fast 20 Jahre Erfahrungen gesammelt, darunter auch in Krankenhäusern in Balingen, Rottweil, Rostock und England sowie in Arztpraxen in Schömberg und Horb. In den vergangenen drei Monaten hat die Mutter zweier Töchter den Großteil von Voelters Patienten bereits kennengelernt und sich gut eingearbeitet, und Voelter ist überzeugt: "Sabine Merz ist bestens geeignet, als hausärztliche Internistin meine Praxis weiter zu führen."

Er selbst freut sich nach 43 Jahren ärztlicher Tätigkeit – knapp sieben Jahre als Assistenzarzt am Krankenhaus Ebingen, danach als niedergelassener Arzt in Tailfingen – auf den Ruhestand. "Ich kann mich beruhigt vom Acker machen – guten Gewissens, eine so gute Lösung gefunden zu haben und nicht die vierte Arztpraxis in Tailfingen und Truchtelfingen schließen zu müssen", sagt Voelter erfreut. In den vergangenen zwei Jahren sei ihm die Arbeit doch deutlich schwerer gefallen als früher, räumt der nunmehr 72-Jährige ein. "Das Alter zieht seine Furchen. Aber das Ausharren hat sich gelohnt."

Besonders freut es Voelter, dass Sabine Merz auch seine beiden Mitarbeiterinnen Gabi Schreiner und Iris Rauseo übernimmt – für die Patienten bleiben sie somit eine weitere Konstante in der Praxis. "Ich denke, meine Mitarbeiterinnen und ich haben den Acker gut bestellt", sagt Voelter. "Das haben auch viele Patienten beim Abschied zum Ausdruck gebracht."

Etliche hätten ihn gefragt, was er denn im Ruhestand denn nun machen wolle. "Ich kann’s halt nicht lassen und werde noch eine Weile als ›Minijobber‹ in der Praxis mitarbeiten", kündigt Voelter an. "Aber auch ich muss mich mehr um meine Gesundheit und meine fünf Kinder kümmern – die zweijährige Enkelin nicht zu vergessen."

Auch politisch will sich Voelter, der schon für das kommunalpolitische Wahlbündnis Z.U.G. im Gemeinderat saß, weiter engagieren und "als seit 50 Jahren ganz links politisch tätiger Mensch weiterhin gegen den Strom schwimmen". Nun könne er endlich mehr Zeit und Kraft einbringen "ins Ringen um eine bessere gesellschaftliche Zukunft", wie er sagt.

Im Mittelpunkt dieser Zukunft steht für Voelter der Mensch – auch der Kranke Mensch. Und nicht "die Profitjagd des Kapitals und das Geschäft mit der Krankheit", betont er. Seinen Patienten ist Thomas Voelter dankbar für die guten Jahren – und für die vielen guten Wünsche und Geschenke zum Abschied. Was wünscht er ihnen im Gegenzug? Natürlich vor allem: "Gesundheit!"

Artikel bewerten
12
loading
0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.