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Albstadt Aus Eigennutz

Von
Foto: Schwarzwälder Bote

Warum im Internet einkaufen, wenn’s das auch hier gibt? Die Coronavirus-Pandemie hat uns teils schmerzhaft bewusst gemacht, welche negativen Folgen die Globalisierung haben kann. Kreative Köpfe um die Albstädter Steffen Bendrin und Mike Fritz sowie den Tübinger Peyman Taravati wollen mit ihrem Film "Mir.Doh." – Älbler-Schwäbisch für "Wir.Hier." – zeigen, wie wertvoll es ist, um die Ecke einkaufen zu können und zu wissen, dass man Qualität im Einkaufskorb hat.

Ein Blick auf die Branchen, die im Film – stellvertretend für alle regional Wirtschaftenden – vorkommen, zeigt, worum es geht. Spielwaren zum Beispiel: Für einen Wirtschaftsbericht kurz vor Weihnachten vor ein paar Jahren im Schwarzwälder Boten hatte Carlo Klein vom gleichnamigen Spielwaren-Fachgeschäft erklärt, warum er manche Spielsachen, und seien sie noch so gefragt, einfach nicht führt: Weil sie richtiggehend giftig seien und voller schädlicher Weichmacher. Gewisse Internet-Großhändler, die damit einen Reibach machen, sagen uns das nicht.

Apotheken zum Beispiel: Die zuweilen billigeren Preise von Internet-Apotheken bringen einem Patienten nichts, wenn er richtig krank ist und eilig ein Medikament braucht. Dann ist es mitunter lebenswichtig, eine Apotheke vor Ort zu haben und an der Nachtglocke klingeln zu können. Von solchen Verkäufen freilich können Apotheker nicht leben und deshalb hilft jeder, der seine Medikamente stationär kauft, allen vor Ort. Weil alle potenziell mal eilig die Apotheke brauchen.

Augenoptiker zum Beispiel: Sogar Brillen gibt es inzwischen online zu kaufen. Doch auch die verbiegen mal, sitzen nicht mehr richtig oder ein Bügel bricht ab. Dann steht der Optiker um die Ecke plötzlich hoch im Kurs. Dass Kunden dort für den Mehrpreis des Gestells auch solide ihre Sehstärken messen lassen und sich sicher sein können, dass die Brille auch wirklich sitzt und dem Träger steht, liegt eigentlich auf der Hand.

Metzgereien zum Beispiel: Da hat die Corona-Krise doch auch mal etwas Gutes, hat sie doch ein Schlaglicht darauf geworfen, wie tierisch unmenschlich in Schlachtfabriken gearbeitet wird. Klar: Der Metzger vor Ort streichelt das Tier auch nicht zu Tode. Tieren, die vom regionalen Bauernhof kommen und in der örtlichen Metzgerei geschlachtet werden, bleiben die höllischen Transporte und der Fließband-Betrieb, der sie panisch macht und Adrenalin freisetzt, jedoch erspart. Die Liste der Beispiele ließe sich endlos fortsetzen.

Ich persönlich kaufe auch aus Eigennutz bei den Händlern vor Ort. Weil sie als Anzeigenkunden meines Arbeitgebers einen guten Teil meiner Brötchen bezahlen. Weil ich keine Lust habe, tonnenweise Verpackungsmüll zu entsorgen. Weil die Paketautos, die selbst in der Fußgängerzone kreuzen als gehörte ihnen die Straße alleine, mich nerven und die Luft, die ich möglichst sauber einatmen will, verschmutzen. Weil ich beim Einkaufen im Laden die Ware prüfen, anprobieren, fühlen kann – und sofort sehe, ob mir etwas passt oder steht. Weil ich dazu noch ein nettes Schwätzchen und vielleicht ein paar interessante Neuigkeiten bekomme. Kurzum: Einkaufen vor Ort bringt mir Vorteile, den Händlern, der Stadt, der Natur und allen anderen, die davon profitieren, dass es hier bei uns tolle Läden gibt.

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