Ehre, wem Ehre gebührt: Rolf Armbruster mit Joachim Gauck und Daniela Brandt. Foto: Bundespräsidialamt

Empfang im Schloss Bellevue. "Wir wurden durchgecheckt wie am Flughafen. Alle Metallgegenstände mussten wir ablegen."

Albstadt-Ebingen/Berlin - Ein beeindruckendes Erlebnis war für Rolf Armbruster der Empfang bei Bundespräsident Joachim Gauck und First Lady Daniela Schadt im Schloss Bellevue. Inzwischen ist der langjährige Motor des Patenschaftsprojekts für Bisoro/Burundi zurück – und hat viel zu erzählen.

Ein "Festessen" – nicht nur in kulinarischer Hinsicht – war für Rolf Armbruster die Einladung   in die Landesvertretung Baden-Württembergs in Berlin und zum Empfang beim Bundespräsidenten – zusammen mit anderen Ehrenamtlichen,  mit denen  Armbruster zuvor eine Führung im Schloss Bellevue erlebt hatte, bei der alle – rund 220 Personen – in den Ablauf des Defilees vor dem Staatsoberhaupt eingewiesen wurden. "Ins Schloss gelangt man mit der persönlichen Einladung", berichtet der langjährige Kopf des Patenschaftsprojektes für Bisoro im ostafrikanischen Burundi, das Albstadt zusammen mit seiner französischen Partnerstadt Chambéry betreibt.

"Wir wurden durchgecheckt wie am Flughafen. Alle Metallgegenstände mussten wir ablegen."Das Defilee vor Bundespräsident Joachim Gauck und seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt sei dann personell und zeitlich exakt vorgeplant gewesen: "Zuerst kam der Regierende Bürgermeister von Berlin, dann der Präsident des Abgeordnetenhauses und der Oberbürgermeister der Stadt Bonn" – bis 1999 Sitz der Bundesregierung.

Den Vertretern der Medien, der Bundeswehr und der kommunalen Verbände folgte die etwa 70 Personen starke Gruppe der Ehrenamtlichen – und Armbruster hatte Glück: "Weil wir in alphabetischer Reihenfolge antraten, war ich der Erste!"Pech hingegen war die Tatsache, dass sein Geschenk für Gauck – eine Schmuckkarte aus Bisoro – wegen der derzeitigen Unruhen in Burundi nicht rechtzeitig eingetroffen war. Sie will Rolf Armbruster nun nachreichen. Die Gelegenheit, seinen Dank für die Einladung auszudrücken, hat der Albstädter jedoch noch während der Begrüßung genutzt und dann mit Daniela Schadt geplaudert, deren "lockere Zuwendung" ihn besonders überrascht hat: "Sie hat gleich gesagt: Herr Armbruster, ich wünsche Ihnen zunächst ein gutes neues Jahr", berichtet er.

Wen sie vor sich hatte, habe sie durch eine Ankündigung gewusst, die verlesen wurde, während Armbruster sich auf das hohe Paar zubewegte.Der First Lady hat Rolf Armbruster dann noch verraten, wie die Deutschen zu ihrem Spitznamen in Burundi gekommen sind: "Ubi Tage" – "Tage" deshalb, weil die ersten Deutschen im einstigen Deutsch-Ostafrika immer "Tag" gesagt hätten – "Ubi" sei der zugehörige Artikel. "Es müssen Norddeutsche gewesen sein", meint Armbruster. "Schwaben hätten sicher "Grüß Gott" gesagt.

"Der Weg aus der Armut ist der Schulweg"

Rund zweieinhalb Stunden dauerte es, bis alle das Staatsoberhaupt passiert und ein paar Worte mit ihm gewechselt hatten. Doch hungern oder dürsten mussten die anderen deshalb nicht: "Es gab sehr schmackhafte Häppchen und Getränke", sagt Armbruster, "so dass ich zu Mittag gar nicht mehr viel essen konnte." Dabei hatte der Koch des Schlosses Leckeres aus deutschen Landen zubereitet: eine Suppe aus aufgeschäumtem Schwarzwurzelrahm, Klopse mit Filet vom Kalb, Beete und Kartoffelstampf und zum Dessert Milchschnitten mit Kakao unter Früchten, dazu einen Weißwein aus dem Würzburger Juliusspital und einen Badener Blauburgunder.

Nach dem Essen hatte Armbruster dann nochmals Gelegenheit, mit Gauck zu sprechen, und erzählte ihm, wo der Schwerpunkt des Patenschaftsprojektes in Bisoro liege: auf der Bildung. "Der Weg aus der Armut ist der Schulweg" – das Zitat hatte er vom Afrikatag in Stuttgart mitgebracht.Rolf Armbrusters Frau Gudrun war während des Empfangs zu einem gesonderten Programm mit Führung im Reichstag und einem Essen eingeladen – wie alle Begleiter der Gauckschen Gäste.

Die Berlin-Rundfahrt, den Besuch des modern interpretierten Theaterstücks "Nathan der Weise" und des neuen Museums auf der Museumsinsel  haben Rolf und Gudrun Armbruster tags darauf dann aber zusammen genossen. Die Tischkarte mit den Autogrammen des Staatsoberhaupts und der First Lady wird sie noch lange an ihren Besuch in der Bundeshauptstadt erinnern.

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