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Albstadt Als die FDP wie Phönix aus der Asche aufstieg

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Günter Lietzenmayer ist 2009 von der damaligen Landesvorsitzenden Birgit Homburger geehrt worden. Archiv-Foto: Eyrich Foto: Schwarzwälder-Bote

Albstadt-Ebingen. Viele Jahre lang war er in Albstadt so etwas wie der Statthalter der FDP und seine Name Synonym des parteipolitischen Liberalismus. Er hat den Wiederaufstieg seiner Partei in den vergangenen Monaten noch erlebt; ihre Rückkehr in den Bundestag – sollte es im Herbst dazu kommen – wird er nicht mehr mitfeiern. Bereits am 27. Mai ist Günter Lietzenmayer im Alter von 87 Jahren gestorben.

Lietzenmayer war gebürtiger Ebinger. Für das Prädikat "Lokale Prominenz" hätte ihn bereits sein Einsatz für den Schwäbischen Albverein qualifiziert, an dessen Spitze er Jahre lang stand, doch verdankte er sein Renommee vor allem seinem kommunalpolitischen Engagement. Als Tag seines Eintritts in die FDP weisen die Parteiannalen den 10. Mai 1959 aus; 50 Jahre Treue zur Partei wurden 2009 gebührend im Lautlinger Schloss gefeiert, zu den Ehrengästen zählten unter anderem der Alt-Bundesvorsitzende Wolfgang Gerhardt und die Landesvorsitzende Birgit Homburger.

1965 übernahm Lietzenmayer den Ebinger Ortsvorsitz; bereits 1962 war er in den Ebinger Gemeinderat eingezogen. Ein Jahr später übernahm er den Kreisvorsitz der Jungedemokraten, 1965 bis 1971 war Kreisvorsitzender und Chef der FDP-Kreistagsfraktion. In diese Zeit fiel auch die Entscheidung für den Bau des Kreiskrankenhauses Ebingen. Es gibt eine Anekdote, wonach Kreisrat Lietzenmayer beim Ortstermin bemerkt haben soll, dass die Türen zu schmal für Krankenhausbetten seien – zuvor war das offenbar niemandem aufgefallen. Lietzenmayer machte aber auch jenseits der Kreisgrenzen auf sich aufmerksam. 1964 und 1968 kandidierte er für den Landtag – beim ersten Mal holte er 14 Prozent – in Ebingen 18 – , beim zweiten Mal gar 15 Prozent. Von 1965 bis 1967 amtierte er als stellvertretender Vorsitzender des Landesfachausschusses für Finanzen, von 1968 bis 1972 war er Mitglied in den FDP-Fachausschüssen für Verwaltungsfragen und Wohnungsbau und für Sozialpolitik und Gesundheitswesen.

Dem Höhenflug folgte die politische Durststrecke. Die Kommunal- und die Kreisreform bedeuteten für lange Zeit das Ende eigenständiget FDP-Vertretungen im Kreistag und im Albstädter Gemeinderat; die Ebinger Freidemokraten gingen in den Freien Wählern auf, und Günter Lietzenmayer trat ins Glied. Es war vor allem sein Verdienst, dass der Phönix noch im alten Jahrtausend wieder aus der Asche aufstieg: 1998 rekrutierte er Mitstreiter für einen neuen Stadtverband, 1999 zog die FDP erstmals in den Albstädter Gemeinderat ein – und hat ihm seither ununterbrochen angehört. Spätestens mit dem triumphalen Ergebnis von 2009, dem Jubiläumsjahr von Lietzenmayer, hat sie sich dauerhaft in der Albstädter Parteienlandschaft etabliert.

Ihr Neugründer hatte zu dieser Zeit bereits das Gremium verlassen und die Rolle des Nestors und Beraters übernommen. Der FDP werden seine Ratschläge, sein Enthusiasmus und seine konziliante, freundliche Art fehlen. Günther Lietzenmayer ist am vergangenen Freitag in aller Stille beigesetzt worden. Um ihn trauern seine Witwe Ruth und sein Sohn Christoph.

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Karina Eyrich

Fax: 07431 9364-51

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