Lehrerin Brigitte Wilke nutzt seine Anwesenheit im Unterricht
Von Sabine Merz
Albstadt-Onstmettingen. Am Anfang staunten die Schüler der Onstmettinger Schillerschule nicht schlecht über den neuen "Pädagogen". Inzwischen haben sie sich an Schulhund "Sly" gewöhnt.
Lehrerin Brigitte Wilke, die im Nebenfach Psychologie studiert hat, besaß immer schon Hunde. Weil sie immer wieder gefordert ist, verhaltensauffällige Kinder in den Klassenverband zu integrieren, entstand die Idee, den Hund als "positiven Katalysator" in ihre Arbeit mit den Schülern einzubinden.
Sie nutzt schon seit längerem die tiergestützte Pädagogik und hat schon Erfolge bei Kindern mit Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS), mit dem Aufmerksamkeits-Defizit-Syndroms (ADS) und Hyperaktivität (ADHS) verzeichnet. Schäferhundmischling "Sly" habe sich aufgrund seines besonders ruhigen und freundlichen Wesens für diesen "Job" empfohlen. Bei mehreren Lehrgängen hat er sich mit seiner Hundeführerin sowohl als Schul- wie auch als Therapiehund qualifiziert. Bei diesen Lehrgängen wird besonders der Stresspegel nochmals erhöht, und die Konfrontation mit hundeungeübten Kindern oder lauten Geräuschen trainiert.
Zu Anfang waren nicht wenige Eltern, Schüler und auch Lehrerkollegen skeptisch. Doch mittlerweile können alle Beteiligten bestätigen, wie positiv sich die bloße Anwesenheit von "Sly" im Klassenzimmer auswirkt.
Der Unterricht mit Hund basiert auf der individuellen Förderung einzelner Schüler und dem effektiveren Arbeiten in der Klassengemeinschaft. Es finde eine Sozialerziehung über den "Klassenkameraden Hund" statt, sagte Brigitte Wilke. Die Kinder lernten, zuzuhören und leise zu sein. Sie gingen auch lieber zur Schule, der Lehrer werde mehr beachtet, und die positiven Sozialkontakte würden gefördert. Frustrierte Schüler würden motiviert, aggressive Schüler entspannt, und Außenseiter würden aus ihrer Isolation geholt.
Das Fazit von Brigitte Wilke: "Die Kinder freuen sich auf jede Stunde mit dem Hund. Und ›Sly‹ scheint zu lächeln, wenn er zwischen den Bankreihen schlendert und sich hier und da Streicheleinheiten abholt."