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Albstadt Albstadt hat jetzt eine eigene Sinfonie

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Vorfreude aufs Konzert – das Bild zeigt (von links) Jan Luka Diebold, Carla Klein, Renate Muschat von den "Spitzenklängen", Sibylle Kistermann, Konzertmeisterin des Kammerorchesters Ebingen, Albstadts Kulturamtsleiter Martin Roscher und Dirigent Martin Künstner.Foto: Kistner Foto: Schwarzwälder Bote

Mit zweimonatiger coronabedingter Verspätung kann es jetzt doch stattfinden, das gemeinsame Konzert des Kammerorchesters Ebingen und zweier großer musikalischer Talente aus Albstadt. Samt der Uraufführung einer in Albstadt komponierten Sinfonie.

Albstadt-Ebingen. Die Koproduktion des Kammerorchesters und des Vereins "Spitzenklänge – Begabten-Musikförderung Zollernalb" sollte ursprünglich Mitte Juli über die Bühne gehen, aber da waren die ordnungsrechtlichen Voraussetzungen noch nicht so weit gediehen. Doch schon damals war man sich einig, dass aufgeschoben nicht aufgehoben ist: In der Folge erarbeiteten die beiden Vereine und das Albstädter Kulturamt ein schlüssiges Veranstaltungs- und Hygienekonzept und legten einen neuen Termin fest: den Sonntag, 27. September, 19.30 Uhr. In der Ebinger Festhalle wird für 108 Besucher gestuhlt, das Konzert dauert brutto wie netto exakt 90 Minuten – eine Pause gibt es nicht – , und Karten sind ausschließlich im Vorverkauf erhältlich: in der Tourist-Information im Rathaus Albstadt, an den reservix-Vorverkaufsstellen und auf der Internetseite www.reservix.de. Infektionsträchtige Schlangen an der Abendkasse wird es nicht geben.

Am Programm mussten Abstriche gemacht werden – für das, was ursprünglich geplant war, hätten 90 Minuten nie und nimmer ausgereicht. Zudem wäre die kompakte Bläserbesetzung von Carl Maria von Webers Klarinettenkonzert Nr. 1 bestimmt nicht im Sinne von Christian Drosten gewesen – auf den Soloauftritt des heimischen Talents Chiara Holtmann müssen die Albstädter daher noch etwas länger warten, aber auch er soll nachgeholt werden, desgleichen Mozarts Klavierkonzert Nr. 12 KV 414 mit dem 18-jährigen Ebinger Jan-Luka Diebold am Flügel. Das Konzert ist für 2021 fest eingeplant.

Zwei 17-Jährige – und zweimal g-Moll

Mozart bekommt das Publikum am 27. September trotzdem zu hören. Der Komponist war 17, als er seine Sinfonie Nr. 25 KV 183 in g-Moll schuf, ebenso alt wie Jan-Luka Diebold im vergangenen Jahr, als dessen erste Sinfonie, gleichfalls in g-Moll, entstand – so viele Gemeinsamkeiten schreien nach einer gemeinsamen Aufführung. Schon als kleiner Junge hatte Jan-Luka Diebold, inspiriert von Beethovens Fünfter, beschlossen, eines Tages auch so etwas zu schreiben. Das ist mittlerweile geschehen. Jan Luka Diebolds Sinfonie Nr. 1 op. 5 folgt dem klassischen Vorbild: Die Sonatenhauptsatzform mit der Trinität von Exposition, Durchführung und Reprise kommt zu neuen Ehren, das Werk hat fünf Sätze, darunter ein Menuett, und von atonalen Eskapaden sieht der junge Komponist ab: Ein paar Dissonanzen erlaubt er sich, und im Finalsatz synkopiert er tüchtig – aber auch damit verlässt er nicht wirklich die Fußstapfen des großen Rhythmikers Beethoven.

Was er dem Titanen voraus hat: Mit 18 hatte Beethoven noch keine Sinfonie komponiert geschweige denn aufgeführt! Jan Luka Diebold hingegen wird seine dieser Tage erstmals im Konzertsaal zu hören bekommen – als Computersimulation kennt er sie schon. Danach hat er noch seine ganze Zukunft vor sich, und man darf gespannt sein, ob er sie ganz der Wiener Klassik widmet oder ob er noch zu anderen musikalischen Horizonten aufbrechen wird.

Das zweite große Talent des Abends ist die junge Violinistin und Trossinger Jungstudentin Carla Klein, die genau wie Diebold und Chiara Holtmann Förderung von den "Spitzenklängen" erhält. Sie spielt den Violinsolopart in Beethovens Romanze für Violine und Orchester Nr. 2 in F Dur. Begleitet wird sie von einem um Nachwuchskräfte der Musik- und Kunstschule verstärkten Ebinger Kammerorchester; es dirigiert Martin Künstner. Die Musiker proben seit Juli – solange noch verschärfte Hygieneregeln galten, waren sie im Foyer der Firma Ernst Lorch untergekommen; erst später durften sie wieder ins gewohnte Domizil, den Musiksaal des Gymnasiums, zurückkehren. Von Anfang an waren, unbeeindruckt von etwaiger Ansteckungsgefahr, 90 Prozent der Mannschaft mit von der Partie – Martin Künstner hat das bei anderen Ensembles anders erlebt und ist stolz auf seine Ebinger. Und angetan von der Zusammenarbeit mit dem jungen Komponisten: "Ich hatte schon mit einigen zu tun – er war mit Abstand der Angenehmste."

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