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Albstadt 30 Lehrer fehlen zum Schuljahresbeginn

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Weil bei den Lehrern Krankheits- oder Schwangerschaftsvertretungen fehlen, kann es auch im neuen Schuljahr zu Unterrichtsausfällen kommen. Foto: Sauer

Albstadt - Wenige Tage vor Schuljahresbeginn können im Schulamtsbezirk Albstadt alle für den Unterricht benötigten Lehrstellen besetzt werden – doch im Grundschulbereich gibt es kaum Reserven: Die Elf kann auflaufen, aber die Ersatzbank ist leer.

Laut Schulamtsleiter Gernot Schultheiß ist die Situation nicht ganz so angespannt wie vor Jahresfrist – aber fast: Auf dem Papier bleiben 30 Stellen offen, 2018 waren es etwa 45. Das bedeutet konkret: Der Unterricht kann stattfinden, doch sobald eine Krankheits- oder Schwangerschaftsvertretung gefunden werden muss, gibt es ein Problem. Woher die Engpässe rühren? Nach wie vor wird der Zugang zu den Pädagogischen Hochschulen vergleichsweise restriktiv gewährt. Außerdem hat unter den jungen Leuten das Interesse am Lehrerberuf, zumal am schlechter dotierten an der Grundschule, nachgelassen – es ist noch gar nicht so lange her, dass ein halber Seminaristenjahrgang nicht übernommen wurde und sich anderweitig orientieren musste. Der Schock wirkt offenbar nach.

Für Schultheiß kommt erschwerend hinzu, dass er eine "Mangelregion" verwaltet. Schulen im Zollernalbkreis oder dem nördlichen Oberschwaben sind für die jungen Leute im Regelfall zweite oder dritte Wahl. Wer es sich aussuchen kann, der geht in die Universitätsstädte, nach Freiburg, Konstanz oder Tübingen; auch der Bodenseekreis und der Landkreis Ravensburg erfreuen sich großer Beliebtheit. Die Stellenbesetzung im Zollernalbkreis wird dadurch nicht einfacher.

Um die Stellen dennoch besetzen zu können, greift das Schulamt daher auch auf Personal zurück, das keine grundständige Lehramtsausbildung und kein Erstes Staatsexamen vorweisen kann, beispielsweise Sozialpädagogen. Wer die Qualifikation "Deutsch als Fremdsprache" besitzt, kann in den sogenannten Vorbereitungsklassen Flüchtlingskinder unterrichten, die dort die Befähigung zum regulären Schulbesuch erwerben sollen. Auch Pensionäre können sich reaktivieren lassen – 20 der etwa 130 Vertragslehrkräfte, die derzeit im Schulamtsbezirk Albstadt beschäftigt werden, waren früher Lehrer. Wie viele andere dieser 130 arbeiten sie Teilzeit; die Zahl der Vollzeitstellen beläuft sich derzeit auf etwa 80.

Schultheiß bescheinigt diesen Vertragslehrkräften gute Arbeit, Verlässlichkeit und Einsatzbereitschaft. Er hätte daher auch nichts dagegen einzuwenden, wenn das Land Baden-Württemberg von einer Praxis Abstand nähme, die in jüngster Zeit vermehrt auf Kritik gestoßen ist: dass die Vertragslehrkräfte alljährlich zum Schuljahresende entlassen und im Bedarfsfall – der notwendigerweise alsbald eintritt – sechs Wochen später wieder eingestellt werden. Wie sie in der Zwischenzeit ihren Lebensunterhalt bestreiten, ist ihr Problem.

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