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Albstadt 2020 steht im Zeichen der App

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Gruppenfoto mit Ministerin: Die Upstarter freuten sich über den Besuch von Nicole Hoffmeister-Kraut (vorne links). Foto: Kistner Foto: Schwarzwälder Bote

Zum dritten Mal ist in der Tailfinger Technologiewerkstatt der Schülerwettbewerb "Start-up BW Young Talents" ausgerichtet worden. Fünf Tage lang präsentierten Schüler aus dem ganzen Landkreis innovative Geschäftsideen – am Freitag im Beisein der Wirtschaftsministerin.

Albstadt-Tailfingen. "Young Talents" heißt auf Deutsch "junge Talente" – was ist ein "Start up"? Das deutsche Pendant "Existenzgründung" verfehlt die Pointe: Zum "Start-up" gehört nicht nur die Absicht, sich selbstständig zu machen, sondern auch die genial einfache Geschäftsidee, der raketengleiche Aufstieg aus dem Nichts und die Vision vom ganz schnellen, großen Geld. Sehr amerikanisch, macht aber – wenngleich gebremst durch Angestelltenmentalität und Fast-Vollbeschäftigung – auch in Baden-Württemberg Schule.

Und zwar buchstäblich. Beim "Start-up BW Young Talents – Innovation Workshop & Pitch" in Tailfingen präsentierten fünf Tage lang Schülerteams von der Onstmettinger Schillerschule, der Ebinger Schlossberg-Realschule, den Progymnasien Tailfingen und Burladingen, den Gymnasien Ebingen und Meßstetten, der Tailfinger Lammerberg-Realschule und der Ebinger Walther-Groz-Schule innovative Geschäftsideen, die sie sich selbst ausgedacht und um Finanzierungs-, Marketing- und Werbestrategien ergänzt hatten. Die trugen sie einer dreiköpfigen Jury vor – drei Minuten durfte die Präsentation, der sogenannte "Pitch", dauern und keine Sekunde länger, weitere drei Minuten lang mussten sie Fragen der Juroren beantworten. Als Sirene, die dem Spiel ein Ende setzte, fungierte rauschender Publikumsapplaus.

Die fünfte und letzte Wettkampfrunde bestritt am Freitag die besonders produktive Walther-Groz-Schule, die gleich acht Schülerteams aufgeboten hatte. Wer die "Pitches" früherer Jahre in Erinnerung hat, kann sich des Eindrucks nicht erwehren, das ein gewisser Pragmatismus Bahn greift. 2018 wurden noch Alteisensammlungen im Weltall organisiert – es ging um herrenlose Satelliten – und Zahnarztpatienten in eine virtuelle Realität entführt, in der sie gar nicht merkten, dass gebohrt wurde.

2019 gewann ein Team, das Mikroplastikteilchen am Wasserhahn abfing. 2020 dagegen greifen junge Albstädter "Upstarter" Ideen auf, die einem keineswegs abwegig und auch ein bisschen bekannt vorkommen – per App vermittelte Wohngemeinschaften von betagten Wohnungseigentümern und jungen Studenten, mit reduzierter Miete und Einkaufshilfe, die App für Fahrradfahrer, eine Kombination von Facebook und Zweirad-Navi, sodann das seniorenfreundliche Smartphone mit vereinfachter Software, Schulung und Beratungsservice, der "Shop Pal", eine digitale Einkaufshilfe, oder die "Healthy Box", eine App für die Lieferung gesunder Kochrezepte samt den dazugehörigen Zutaten.

Allgegenwärtig: Das Prinzip App funktioniert in vielerlei Hinsicht

Das Prinzip App war in all diesen "Pitches" allgegenwärtig" und der Einsatz von Influencern eine gängige Marketingstrategie – 2018 hatten sie kaum eine Rolle gespielt. Es gab freilich auch die verwegenen Ideen: die moosbedeckte Hauswand etwa, die CO2 abbaut und Großstadtluft filtert, der Urlaub in der Hütte aus recyceltem Plastikmüll – Kostenpunkt 100 Euro pro Nacht und Nase – und schließlich "Lotus Protect", die schmutzabweisende Folie für den Edel-Sneaker.

Seine Anbieter wurden von den drei Juroren – Robert Kling, dem Vorstandschef der Volksbank Albstadt, Kathrin Stricker, Leiterin der kaufmännischen Ausbildung bei Gühring, und Florian Wiest, Firmenchef von Create 3D" in Reutlingen, mit dem zweiten Tagespreis bedacht. Der erste ging an Team 1, das – siehe oben – Jung und Alt per App zusammenbringt.

Diese beiden haben nun gute Chancen, am "Elevator Pitch", dem Start-up-BW-Landesfinale, teilzunehmen. Sie werden dort erneut Nicole Hoffmeister-Kraut, der Ministerin, begegnen, die sich immerhin eine Stunde ihrer knapp bemessenen Zeit für sie und die anderen Teams nahm. Organisiert und moderiert wurde der Tailfinger Wettbewerb vom Steinbeis-Innovationszentrum an der Hochschule Pforzheim.

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