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Albstadt "2020 ist ein schlechtes Jahr für die Frauen"

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Setzen ein Zeichen gegen Frauengewalt: Uta Cornelius, Renate Schmidt, Marion Zuckschwerdt und Annika Schmidt (von links)Foto: Roth Foto: Schwarzwälder Bote

Albstadt-Ebingen (ber). "Stoppt Gewalt gegen Frauen": Unter diesem Motto sind am 25. November, bekannt als "Internationaler Tag gegen Frauengewalt", rund 20 Frauen durch die Ebinger Innenstadt gezogen. Mit lauten Rasselinstrumenten und Lautsprechern klagten die Veranstalterinnen vom Frauenverband "Courage", Gruppe Zollernalb, an, dass Gewalt gegen das weibliche Geschlecht durch die Coronavirus-Pandemie nochmal zugenommen habe.

Marion Zuckschwerdt hatte für den abendlichen Spaziergang verschiedene Stationen, teilweise mit symbolischem Charakter, vorbereitet. An den Xingles – dort standen die Arten der Gewalt gegen Frauen im Fokus – ging es los: Jede dritte Frau sei in ihrem Leben Opfer häuslicher Gewalt geworden und die Dunkelziffer sei riesig, so Zuckschwerdt. Delikte wie "Upskirting" – das "unter den Rock schauen" –, Stalking, Mobbing und sexistische Anmache am Arbeitsplatz hätten ebenfalls zugenommen. Dazu trage auch die Pandemie maßgeblich bei: "Es gibt noch keine offiziellen Zahlen, durch Homeoffice und Lockdown sind Frauen zu Hause noch gefährdeter." Wenn einem vor Langeweile die Decke auf den Kopf falle, seien Männer aggressiver und die Gewalt vorprogrammiert. 2020 sei ein schlechtes Jahr im Kampf gegen Frauengewalt.

Die Politik geht sie scharf an: "Das Gesetz gegen Frauengewalt von 2016 bringt nichts !" Das Schlimme: Jede zweite Frau werde in Schutzhäusern abgewiesen – für einen demokratischen und weltoffenen Staat wie Deutschland sei das unzumutbar.

An der Kirchgrabenschule versammelte sich die Gruppe erneut – und informierte über die Belastung von Frauen in der Coronavirus-Pandemie: "Die Bundesregierung spricht von vorgezogenen Weihnachtsferien, aber wen betrifft das am meisten? Natürlich die Frauen", so Zuckschwerdt. Anstatt dessen wäre die Anschaffung von Lüftungsanlagen in Schulen sinnvoll, um das Infektionsrisiko zu minimieren. "Aber darüber wird nicht diskutiert." Alternativ könne sich "Courage" auch die Einstellung von pädagogischen Fachkräften vorstellen, damit Betreuung trotz Unterrichtsausfall gewährleistet sei.

Eine Frauenbeauftragte gibt es nicht mehr

Nächster Anklagepunkt: Die Lage der Frauen in der Politik – passend dazu wurde der Vortrag am Rathaus abgehalten. "Es gibt kein Frauenhaus in Albstadt. Das ist nicht der Standard." Und auch die Stelle der Frauenbeauftragten sei gestrichen worden, beschwerte sich Zuckschwerdt.

Der Spaziergang endete schließlich am Marktbrunnen. Dort ging es um die Rolle der Frau im Ausland. In Belarus lehnen sich die Frauen gegen das diktatorische Regime auf. Das sei wahrer Kämpfergeist. Auch die "MeToo"-Bewegung lobte Zuckschwerdt: "Diese Frauen sind Vorbilder – wir kämpfen weiter."

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