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Albstadt 200 Schüler bei "Fridays for Future"-Demo

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Die Schüler gehen für mehr Klimaschutz auf die Straße. Foto: Karina Eyrich

Albstadt-Ebingen - Weit mehr Schüler als die Organisatoren erwartet hatten, waren am Freitag bei der Kundgebung für mehr Klima- und Umweltschutz in Ebingen. Junge Leute aus dem ganzen Landkreis fordern von Politikern und Bürgern, endlich zu handeln.

"Das Klima – aussichtsloser als unser Mathe-Abi": Was da auf einem Plakat steht, soll nicht vollends Wirklichkeit werden, und deshalb sind mehr als 200 Schüler aus dem ganzen Landkreis zur Demo vor dem Albstädter Rathaus gekommen und skandieren: "Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!"

Elena Feil, Sima Garanpour, Lara Hölzle, Leonie Luipold und Miriam Mehl stehen oben auf dem Brunnen, lassen Statements raus, die es in sich haben, spielen ein Ratespiel à la "1, 2 oder 3" und zitieren Antworten kleiner Kinder à la "Dingsda", warum Menschen die Erde schützen sollten. So erfahren die durchweg älteren Schüler schockierende Fakten. Zum Beispiel, dass der Plastikteppich in den Weltmeeren inzwischen größer sei als Deutschland. Dass Umweltschutz und erneuerbare Energien im Schulunterricht viel zu wenig bis gar kein Thema seien. Sie erfahren aber auch, was jeder selbst zum Klima- und Umweltschutz beitragen kann, etwa mit der App "Replace Plastic": Einfach Barcode auf einer Plastik-Verpackung, etwa von Gemüse, scannen, und schon geht eine Mail an den Verpacker mit dem Aufruf, doch bitte auf Plastik zu verzichten.

Ein Schüler schwenkt ein stattliches Stofftaschentuch – er benutzt keine Wegwerftücher mehr. Mehrere kritisieren den vielerorts schlechten Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs: Wer nicht auf seinem Dorf versauern wolle, brauche ein Auto. Ein Mädchen betont aber auch: "Man muss nicht für ein paar Meter immer das Auto nehmen!" – ein Wink mit dem Zaunpfahl an manche Erwachsenen und Fahrer großer SUVs.

Finn Wiebe, der Schule schon entwachsen, wundert sich am offenen Mikro: "Darum, dass Schüler streiken, wird mehr Aufhebens gemacht als um die Erderwärmung." Während eine ältere Dame die Schüler bestärkt habe, habe ein älterer Mann sie als "arbeitsscheue grünversiffte Jugend" bezeichnet. Auch die Organisatorinnen zitieren solche Kritik, publik gemacht in sozialen Medien: "Die sollen erst mal was leisten für ihr Geld." Und sie kontern: "Man muss nicht erst ein Einfamilienhaus abbezahlt haben, um Zukunft zu fordern!"

Unterstützung erhalten die Aktivisten von der Albstädter SPD-Stadträtin und Juso-Kreisvorsitzenden Lara Herter. Sie ruft die Schüler auf, in öffentliche Gremiensitzungen zu kommen. Und außerdem, fügt Sima Garanpour hinzu, sei ja am 26. Mai Kommunalwahl, bei der schon 16-Jährige wählen und alle ab 18 Jahren kandidieren dürften: "Also: Geht zur Wahl und engagiert Euch!"

Dass viele – nicht alle – Schüler von ihren Schulleitungen unterstützt werden, dafür sind sie richtig dankbar. Die Wal­ther-Groz-Schule Albstadt etwa hat die Aktivisten beurlaubt, und Schülersprecher Aaron Neumann verrät: "Wir wollen jetzt auch einige Aktionen in der Schule umsetzen, die nachhaltig sind." Die Hauswirtschaftliche Schule Albstadt will laut Sima Garanpour die Plastikbecher abschaffen, und weil praktisch alle Schulen der Region noch mit Öl geheizt werden, wollen die Schüler erreichen, dass die Temperatur reduziert wird.

Ein junger Nigerianer greift zum offenen Mikrofon und dankt den Schülern für ihren Einsatz mit dem Hinweis, dass viele der Flüchtlinge weltweit ob der Folgen des Klimawandels fliehen müssten. Und schließlich stürmt eine gut gelaunte Schülerin der Alice-Salomon-Schule aus Hechingen zum Mikrofon. Gerade habe sie mit einer Freundin telefoniert, die zur Schule gegangen sei, und die habe ihr erzählt, was gerade passiert sei: "Eine Lehrerin hat sie angesprochen und gefragt: ›Was machst du hier? Beweg’ gefälligst deinen Hintern und geh’ auf diese Demo!‹"

Die Bewegung "Fridays for Future" – Freitage für Zukunft – treibt inzwischen in ganz Deutschland Schüler auf die Straßen, um freitags für Klima- und Umweltschutz zu demonstrieren. Die Bewegung geht zurück auf das Engagement der schwedischen Schülerin Greta Thunberg, die seit August 2018 freitags im Schulstreik ist – so lange, bis Schweden das Klimaschutzabkommen von Paris einhält. Thunberg war Gast der UN-Klimakonferenz in Katowice 2018 und des Weltwirtschaftsforums in Davos Anfang des Jahres.

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