Müllberge häufen sich im Kreis Tübingen, hier ein Foto nicht abgeholter Gelber Säcke in Rottenburg. Foto: Daniel Begemann

Mit gut einer Woche Verspätung hat Alba am Donnerstag mit der Abfuhr der Gelben Säcke im Kreis Tübingen begonnen – mit Hilfe aus anderen Landesteilen. Der Auftraggeber Der Grüne Punkt erklärt, wie es zu der Verzögerung kommen konnte.

Neun Tage nach dem Abfuhrtermin beginnt die mit der Müllabfuhr im Kreis Tübingen beauftragte Firma Alba mit dem Einsammeln von Müllbergen aus Gelben Säcken. Auftraggeber von Alba ist das Unternehmen Der Grüne Punkt – Duales System Deutschland. Die Firma mit Sitz in Köln teilt unserer Redaktion mit, dass eine entsprechende Sanktionierung von Alba derzeit in Vorbereitung sei. Seit Beginn des Jahres seien die Herausforderungen im Kreis Tübingen bekannt und man stehe im ständigen Austausch mit der Firma Alba sowie dem Abfallwirtschaftsbetrieb Tübingen.

 

Unternehmenssprecherin Marlene Staiger sagt, wie Der Grüne Punkt bei der Nichterfüllung von Aufträgen vorgeht: „Der Grüne Punkt verfolgt bei auftretenden Leistungsproblemen zunächst stets einen lösungsorientierten Ansatz. Ziel ist es, in enger Abstimmung mit dem Dienstleister operative Verbesserungen zu erzielen, ohne den laufenden Betrieb durch finanzielle Sanktionen zusätzlich zu belasten. Eine Vertragsstrafe ist Ultima Ratio – insbesondere dann, wenn nach wiederholten Aufforderungen und interner Nachsteuerung die geschuldete Leistung weiterhin nicht erbracht wird.“ In der Praxis zeige sich, dass finanzielle Sanktionen selten zu kurzfristigen Verbesserungen führten. „Die aktuellen Herausforderungen, etwa Personalengpässe und hohe Krankenstände, lassen sich durch Geldbußen allein nicht beheben“, sagt Staiger.

Grund sollen Personalengpässe sein

Nach Auskunft des Entsorgungspartners gegenüber dem Grünen Punkt sei die verspätete Abfallentsorgung durch personalbedingte Engpässe entstanden. Krankheits- und urlaubsbedingte Personalausfälle über Ostern seien erschwerend hinzu gekommen, da reguläre Touren angeblich nicht hätten gefahren werden können und sich mehrere nachzuholende Touren angesammelt hätten.

„Im Landkreis Tübingen kommt hinzu, dass Alba zusätzlich sowohl für die Restmüll-, Biomüll als auch für die Papiersammlung zuständig ist. Dies stellt insbesondere zum Jahreswechsel und an Feiertagen eine Herausforderung dar, da bei Problemen oder Verspätungen auch diese Touren nachgeholt werden müssen. Dadurch erhöht sich der logistische Aufwand erheblich, was die termingerechte Durchführung der LVP-Touren (Leichtverpackung, d. Red.) verzögern kann“, teilt Der Grüne Punkt mit.

Ziel sei es jetzt, die vollständige Beräumung bis Ende dieser Woche abzuschließen. „Dafür wurden sowohl die bislang aufgelaufenen überfälligen LVP-Sammeltouren als auch die in dieser Woche regulär geplanten Touren neu und effizient zusammengelegt“, sagt Staiger.

Zusätzliche Teams im Einsatz

Um das Ziel bis Ende der Woche zu erreichen, musste Unterstützung für Alba in den Kreis Tübingen geholt werden: Staiger berichtet: „Zur Umsetzung wurden bereits Sammelfahrzeuge mit Besatzungen aus anderen Alba-Vertragsgebieten in Baden-Württemberg nach Tübingen verlegt. Weitere Unterstützung folgt am Samstag, 10. Mai, durch zusätzliche Teams mit eigenen Fahrzeugen. Des Weiteren konnten Müllwerker eines externen Unternehmens zur Verstärkung gewonnen werden, um sämtliche offenen Reklamationen abzuarbeiten.“

Das mit der Entsorgung beauftragte Unternehmen Alba reagierte auf eine Anfrage unserer Redaktion bisher nicht.