In vielen Bereichen trotz weniger Mehrfamilienhäuser und einer größtenteils lockeren Bauweise ringsum gut beparkt: die Mariazeller Straße in Sulgen. Foto: Wegner

Sieht es in der Mariazeller Straße hinsichtlich des Parkens bald so aus wie in der Kirnbachstraße? Oder müssen alle Autos von der Straße weg? Jürgen Reuter von den Aktiven Bürgern hat vor dem anstehenden Ausbaubeschlusses bei der Stadt nachgehakt.

Der Ausschuss für Umwelt und Technik hatte in seiner Sitzung am 16. Mai den Plänen zur Sanierung der Mariazeller Straße zwischen Friedhof und Hardtstraße grundsätzlich zugestimmt.

 

Abteilungsleiter Tiefbau Konrad Ginter hatte im Sachvortrag darauf hingewiesen, dass Parkplätze an der Straße wegfallen müssten und dafür auf Parkmöglichkeiten an der Tennishalle und in den Nebenstraßen verwiesen.

Im Nachgang zur AUT-Sitzung hatte Stadtrat Jürgen Reuter (Aktive Bürger) kurzfristig per E-Mail Fragen zum Parken an Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr gestellt und darauf gedrängt, dass sie spätestens in der Sitzung des Gemeinderats am heutigen Donnerstag von Ginter beantwortet werden. Andernfalls denke seine Fraktion an einen Antrag zur Vertagung.

Bürgerbeteiligung

Auf Reuters Frage, ob die betroffenen Bürger in der Mariazeller Straße und in den Nebenstraßen informiert und beteiligt wurden, antwortete Ginter, dass eine Beteiligung seit Ende 2022 möglich gewesen wäre: „Die Anlieger wurden nicht direkt angeschrieben, hätten aber nach den Berichten in der Presse jederzeit vorstellig werden können, auch wurden nahezu 80 Träger öffentlicher Belange angeschrieben mit der Bitte um Stellungnahme“. Außerdem handele es sich um eine Kreisstraße, weshalb die Zuständigkeit der Fahrbahn nicht im alleinigen Planungsermessen der Stadt liege.

Zwölf Plätze bleiben

Reuter fragte weiter, wie viele Parkplätze nach den aktuellen Planungen in der Mariazeller Straße zwischen Sulgauer Straße und Ortsende vorgesehen seien, er zähle aktuell zwölf. „Markierte und als Bucht angelegt sind es die von ihnen genannten zwölf, allerdings wird es auch in Zukunft Stellen geben, bei denen die Fahrbahn eine ausreichende Breite hat, um die Fahrzeuge temporär dort abzustellen“, erläuterte Ginter.

Kompromisslösung

Zur Anzahl markierter Parkmöglichkeiten in den Nebenstraßen zwischen Sulgauer Straße und Mozartstraße bzw. letzterer und dem Danziger Wege konnte Ginter keine Angaben machen, da ihm noch „keine Statistik“ vorliege. Auch nicht dazu, wie viele Parkplätze wegen Rechtsvorschriften bei den Tennisanlagen nicht zur Verfügung stünden, weil dazu erst die Bauakten einzusehen wären.

Kirchenbesucher

Reuter stellte noch die Frage, wieviele Parkplätze bei Gottesdiensten und bei Beerdigungen benötigt würden. „Dies ist uns nicht bekannt, es ist uns aber durchaus bewusst, dass es bereits heute hier Engpässe gibt“, erklärte Ginter und äußerte sich noch grundsätzlich: Die aktuelle Planung sei ein Kompromiss aller betroffenen Verkehrsteilnehmer aus motorisiertem Verkehr, Radverkehr und Fußverkehr, doch der umfangreiche Abstimmungsprozess habe zu diesem Ergebnis geführt. „Sicherlich wünscht sich manch Anlieger die Beibehaltung aller Stellplätze und Parkmöglichkeiten. In einer sich veränderten Innerortsgestaltung wird dies aber nicht möglich sein“, bedauerte Ginter. „Eine reine Sanierung der Fahrbahnoberfläche ist weder unser Anspruch, noch sind dann in irgendeiner Weise die Seitenbereiche förder- und genehmigungsfähig“, ergänzte er.