In vielen Gemeinden hat er tiefe Spuren hinterlassen: Pfarrer Ewald Werner ist gestorben. Foto: Milles

Der gebürtige Beffendorfer und frühere Horber Stadtpfarrer Ewald Werner ist im Alter von 88 Jahren gestorben. In den vergangenen Jahren hatte er seinen Ruhesitz in Aichhalden.

Horb/Aichfelden - Werner hat viel bewegen können. Als Pfarrer hat er in einigen Gemeinden tiefe Spuren hinterlassen.

Ewald Werner wuchs als Ältester von vier Geschwistern in Beffendorf auf. Nach der Grundschule in Beffendorf wechselte er zur Oberschule in Oberndorf. Viel Freude hatte der junge Ewald Werner an den Sprachen. Besonders das Latein hatte es ihm angetan. Schließlich erreichte er die Mittlere Reife und legte im Jahre 1953 in Rottweil das Abitur ab.

In Beffendorf war der Kirchgang üblich und natürlich war Werner Ministrant. Und so reifte über Jahre der Entschluss, so erzählt er vor einigen Jahren, Pfarrer zu werden. Während des folgenden Studiums in Tübingen wuchs die Gewissheit, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

Priesterweihe im Jahr 1958

Nach dem Ersten Staatsexamen und einem Jahr im Konvikt in Rottenburg legte Werner das Zweite Staatsexamen ab. Am 22. März 1958 folgte die Priesterweihe.

Nach zwei Jahren in Feuerbach und zwei Jahren in Göppingen als Vikar wurde er 1963 als Kaplaneiverweser nach Schramberg geschickt.

Im Jahre 1965 bewarb er sich auf seine erste Pfarrstelle in Lauterbach. Hier wartete auch gleich eine besondere Aufgabe, die Renovierung der Kirche. Werner eignete sich viel an und wurde nach eigenen Worten zu einem "Bauexperten". Nach siebeneinhalb Jahren ging er nach Geislingen. Auch hier stand eine Kirchenrenovierung an, die er wie die in Lauterbach meisterte. 17 Jahre führte er schließlich die Gemeinde.

Gewaltige Aufgabe in Horb

Dann wurde es für ihn doch noch einmal Zeit, die Pfarrei zu wechseln. In Horb traf er auf eine gewaltige Aufgabe. Er war von 1990 bis 2007 für den damaligen Kirchenbezirkes Horb mit Isenburg und Ihlingen sowie Bildechingen, Mühlen und Rexingen verantwortlich – also zuständig für vier Kirchengemeinden und zwei Filialgemeinden.

Zudem wurde er zum Chef von rund 400 Mitarbeitern, denn auch die Führung der Spitalstiftung Hospital, Altenpflegeheim, Sozialstation und zwei Kindergärten gehörte in seine Zuständigkeit.

Auch im Ruhestand aktiv

Auch in Horb standen schwierige Entscheidungen an. Das Krankenhaus, das von der katholischen Spitalstiftung "gemanagt" wurde, brauchte Verbündete, und so wurde es in die Trägerschaft des Landkreises übergeben.

Aber die "schönste Aufgabe" in Horb sei der Bau einer Kirche für die wachsende Gemeinde gewesen. Schließlich war es soweit. Ende 2006 ging Werner in den Ruhestand und zog nach Aichhalden.

Hier unterstützte er viele Jahre in der Gemeindearbeit, fungierte als Präses der Kolpingfamilie und widmete sich seinen Hobbys – unter anderem seiner Krippensammlung aus aller Welt.

Requiem und Beerdigung finden am Dienstag, 23. August, in Beffendorf statt.