Das Frauenforum wendet sich mit Veranstaltungen und Aktionen in den nächsten Wochen und Monaten gegen Gewalt an Frauen und Mädchen (von links): Lilli Epp, Beatrix Herold, Waltraud Eisenmann, Verena Murer, Claudia Johannsen, Anita Neidhardt-März, Veronika Bastian, Eva-Maria Willkomm und Melanie Pees. Foto: Birgit Heinig

Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist eine der weltweit verbreitetsten Menschenrechtsverletzungen. Das Frauenforum VS setzt sich für die Rechte der Betroffenen ein.

Die Frauen aus den verschiedensten gesellschaftlichen Bereichen und Organisationen, die sich einst zum ehrenamtlich agierenden Frauenforum zusammenschlossen, kündigen für die nächsten Wochen und Monate Veranstaltungen und Aktionen an, die auf das Thema aufmerksam machen sollen – und sie tun das im Schulterschluss mit Melanie Pees, der neuen städtischen Beauftragten für Chancengleichheit, und ihrem Pendant für den Schwarzwald-Baar-Kreis, Lilli Epp.

 

2024 wurden in Villingen-Schwenningen 132 Fälle von Partnergewalt plus 66 Delikte sexueller Gewalt angezeigt, berichtet Melanie Pees aus der Statistik und verdeutlicht damit die Brisanz.

Nur bei einem Bruchteil der Taten waren die Opfer männlich. Die Dunkelziffer ist hoch, viele Betroffene schweigen aus Scham und Angst.

„Orange Days“

Vom 25. November bis 10. Dezember finden in diesem Jahr die „Orange Days“ statt, eine in weltweit vielen Städten für Sensibilisierung und Aufklärung genutzte Zeitspanne, die sich auch in VS niederschlagen wird. Am 25. November, dem internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen, halten die „Omas gegen rechts“ eine Mahnwache ab. Zeit und Ort werden noch bekanntgegeben, heißt es aus der Organisation.

Am Samstag, 29. November, werden Soroptimistinnen in der Rietstraße an einem Stand über Zahlen, Fälle, Ursachen und Möglichkeiten der Gewaltprävention und -bekämpfung informieren. Für die gesamte Dauer haben die Mitglieder des weiblichen Service-Clubs zudem Unternehmen gewinnen können, die die „Orange Days“ sichtbar umsetzen: die städtische Wohnungsbaugesellschaft wbg taucht ab der Dämmerung den Neckar-Tower in orangenes Licht. Gleiches tut die Volksbank Villingen mit ihrem Firmengebäude am Riettor, und auch die Schwenninger Firma Waldmann strahlt mahnend mit.

Guckloch-Kino

Bereits am Montag, 24. November, zeigt das Guckloch-Kino in Donaueschingen um 20 Uhr den deutsch-schweizer Film „Fridas Fall“, der am 26. November dann auch in der Villinger Scheuer zu sehen sein wird. Erzählt wird darin die 1904 geschehene, wahre Geschichte einer Frau, die ihr Kind tötete und dafür vor Gericht steht. Die Täterin ist aber zugleich Opfer, so dass sich der Prozess zum Justizskandal ausweitete und nachhaltige Auswirkungen auf das Schweizer Rechtssystem hatte.

Flashmob

Im Februar diesen Jahres tanzten sie zum ersten Mal. Am 14. Februar 2026, dem Fastnachtssamstag, werde um 12.45 Uhr der bundesweit ausgerufene Flashmob „One Billion Rising“ wieder in der Villinger Innenstadt stattfinden, kündigt Organisatorin und Tanzlehrerin Anita Neidhardt-März an. Getanzt werde gemeinsam – auch Männer sind willkommen – eine einheitliche Choreographie, diesmal nach dem Hit „Ni uno menos – woman on fire“, die die Teilnehmenden in der Tanzschule Gramlich (Vockenhauser Straße 4, Villingen) an mehreren Terminen erlernen können.

„Die Choreo ist einfacher als beim letzten Mal“, sagt Anita Neidhardt-März. Eine, maximal zwei Stunden reichen zum Einstudieren aus, glaubt sie. Die unverbindlichen Übungstermine sind: 28. November, 5. und 19. Dezember, 16. und 30. Januar jeweils ab 17 Uhr, außerdem am 30. November, 14. Dezember, 11. Januar und 1. Februar jeweils um 15.30 Uhr.

Kabarett

Schon jetzt blickt das Frauenforum danach auf den 13. März. Am Abend wird die schwäbische Kabarettistin Helga Becker alias „Frau Nägele“ zum Anlass des Weltfrauentages (8. März) im Klosterhof in VS auftreten.