Stefanie Bodmer-Mrasek und Sohn Jonas basteln die Aufhänger für den Wunschbaum. Foto: Müller

Nicht bei allen Kindern liegen an Weihnachten Geschenke unterm Baum – auch in Meßstetten gibt es Familien bei denen das Geld dafür nicht reicht. Der Wunschbaum soll eben jenen Kindern ein Funkeln in die Augen zaubern.

Meßstetten - Familien, bei denen das Geld knapp ist, gibt es viele – auch in Meßstetten. Die Gründe dafür sind vielfältig. Für Stefanie Bodmer-Mrasek ist es eine Herzensangelegenheit, dass es jedes Kind verdient hat, egal welche finanzielle Situation zu Hause herrscht, ein tolles Weihnachtsgeschenk an Heiligabend auspacken zu dürfen.

Aus diesem Grund hat die 36-Jährige die Aktion Wunschbaum organisiert. Ab 2. November steht im Foyer des Meßstetter Rathauses ein Weihnachtsbaum, an dem Wünsche von Kinder aus Familien, die beim Landratsamt im Bildungs- und Teilhabepaket registriert sind, hängen. Anonym versteht sich.

Weihnachtswunsch bis zu einem Wert von 30 Euro

Stefanie Bodmer-Mrasek hat mit Hilfe des Landratsamts jenen Meßstetter Familien, die in diesem Paket vermerkt sind, ein Schreiben zukommen lassen, dass die Kinder gerne einen Weihnachtswunsch bis zu einem Wert von 30 Euro äußern dürfen, der mit etwas Glück im Advent erfüllt wird.

Rund 50 Wünsche sind per E-Mail bereits bei der Meßstetterin eingegangen, sie rechnet damit, dass bis zum Wochenende, wenn sie den Baum mit den Zetteln bestückt, noch ein paar dazu kommen werden. Nachzügler seien aber auch kein Problem, stellt sie klar.

Die Wünsche sind vielfältig, oft aber recht bescheiden. Da sind Kleinkinder, die sich Knete wünschen, und Teenager, die gerne einen Kapuzenpullover hätten. Allgemein seien die Klassiker wie Puppen und Spielzeugautos der Renner.

Auf den Zetteln am Baum hat Bodmer-Mrasek neben dem individuellen Weihnachtswunsch auch das Alter und Geschlecht des Kindes vermerkt sowie eine Nummer. Diese dient bei der Ausgabe dazu, dass jedes Kind das richtige Geschenk bekommt.

Kleine Adventsfeier 

Wer Interesse hat, einen solchen Wunsch zu erfüllen, darf den Zettel am Weihnachtsbaum im Rathaus wegnehmen und das gewünschte Spielzeug kaufen, verpacken und das Päckchen bis zum Nikolaustag, 6. Dezember, an der Infothek im Rathaus abgeben.

Zu einer kleinen Adventsfeier, die aber unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet, werden die Päckchenempfänger eingeladen, damit sie ihr Geschenk von ihrem anonymen Christkind in Empfang nehmen dürfen.

Falls ein Wunsch von Bürgern nicht erfüllt wurde, muss dieses Kind nicht leer ausgehen. Bodmer-Mrasek hat vom Schreib- und Spielwarengeschäft Bandle und vom Edeka Koch die Zusage erhalten, dann mit kleineren Geschenken auszuhelfen.

Initiatorin stößt überall auf offene Ohren

Bodmer-Mrasek ist generell bei der Frage nach Hilfe auf offene Ohren gestoßen: Ob beim Landratsamt, bei der Stadt Meßstetten oder bei den Sponsoren. Ihr Sohn Jonas hilft fleißig beim Basteln und Plakate verteilen, und von vielen Bürgern haben sie bereits gehört, dass sie auf jeden Fall den ein oder anderen Wunsch erfüllen möchten.

Vor Jahren hat Bodmer-Mrasek selbst einmal andernorts einen Wunschzettel vom Weihnachtsbaum genommen, zudem packt sie jedes Jahr ein Päckchen für "Weihnachten im Schuhkarton".

"Aber auch hier in Meßstetten gibt es Familien, bei denen das Geld nicht für Weihnachtsgeschenke reicht", sagt die Mutter eines Fünfjährigen. "Es ist egal ob man Kinder hat oder nicht, aber wenn man die glücklichen Kinderaugen sieht, wenn sie ein Geschenk auspacken, dann ist das Motivation genug", sagt die Meßstetterin.