Der Wintereinbruch in Villingen-Schwenningen bringt eine eisige Kälte – viele Menschen haben keinen warmen Rückzugsort. Der Landgasthof Ritter XXL in Herzogenweiler bietet Hilfe an.
Seit einigen Wochen hat sich der Wintereinbruch in Villingen-Schwenningen bemerkbar gemacht. Schneefälle, rutschige Straßen und eisige Temperaturen waren zuletzt keine Seltenheit. Die Menschen können es sich in ihren vier Wänden gemütlich machen, um ihre Heizungen aufzudrehen und der beißenden Kälte zu entkommen. Ein Teil der Doppelstädter hat diesen Luxus eben nicht. Denn was viele als normal ansehen, ist eigentlich ein Privileg.
Obdachlose leben und schlafen auf der Straße und können in der Regel nirgends auf Wärme zugreifen. Doch der Landgasthof Ritter XXL in Herzogenweiler öffnet seine Türen.
„An alle Bedürftige denken“
Hotelchefin Leila Ihle und ihr Team geben den Menschen ohne festen Schlafplatz einen Ort zum Aufwärmen, Duschen und Schlafen. Der Landgasthof bietet auch die Möglichkeit, Menschen in Villingen-Schwenningen, Donaueschingen, Rottweil und Umgebung abzuholen. „Wir haben erst am heutigen Donnerstagmorgen einen jungen Mann in Donaueschingen abgeholt“, erzählt Hotelchefin Leila Ihle.
Appell an die Mitbürger
Der Kreisvorsitzende der CDA (Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft) Gottfried Schmidt appelliert an alle, an die Menschen zu denken, die es bei den winterlichen Temperaturen keinen richtigen Rückzugsort haben: „Wenn wir Bürger in unseren Wohnungen durch das Aufdrehen eines Heizkörperthermostats im Handumdrehen von einer molligen Wärme umgeben sind, sollten unsere Gedanken bei den Obdachlosen unserer Stadt sein. Sie können keinen Heizkörperthermostat aufdrehen, sie schlafen oftmals im Freien. Ihr warmer Heizkörper ist bestenfalls ein Schlafsack. Ich gehe fest davon aus, die Stadt und soziale Einrichtungen bieten unseren Obdachlosen ihre bestmögliche Hilfe bei der Suche nach einer warmen Unterkunft an.“
Eine deutliche Ansage
Schmidt hat eine ganz klare Botschaft an den Oberbürgermeister: „Herr Oberbürgermeister, wenn sich die Stadt und wir Bürger zusammenschließen, wird es uns gelingen, im eisig kalten Alltag der Obdachlosen etwas Wärme zu bringen. Wir dürfen nicht vergessen, obdachlose und wohnungslose Menschen gehören zu uns.“