Hanne Fischle (sitzend) und Annalena Köhn packen auch dieses Jahr viele Päckchen für den Osten. Foto: Buck

Hanne Fischle und Annalena Köhn packen in Altbulach auch in diesem Jahr ihre Pakete. Die gehen dann pünktlich zur Weihnachtszeit in den Osten und bringen dort ein helles Licht der Freude in oftmals von Armut verdunkelte Verhältnisse.

Neubulach-Altbulach. Hanne Fischle freut sich sichtlich, als es zum Fotoshooting in die heimische Garage in Altbulach geht – denn während des Pressegesprächs hat offenkundig ein Spender zwei Pakete abgelegt.

"Ich bin dankbar für jedes Paket", meint die 84-Jährige, die gemeinsam mit ihrer schon aktiven Nachfolgerin Annalena Köhn die Aktion "Ein Päckchen Liebe schenken" seit Jahren in Neubulach am Leben hält.

Die Garage von Fischle in Altbulach ist schon wieder gut gefüllt. Zahlreiche Pakete sind schon gepackt worden und warten auf den Versand in den Osten – von Russland über Rumänien bis nach Zentralasien werden die Pakete versendet, damit der dort oft armen Bevölkerung zum Weihnachtsfest eine Freude gemacht werden kann. Organisiert wird die Aktion vom Missionsbund "Licht im Osten", der sich die Verbreitung des Evangeliums auf die Fahnen geschrieben hat und in diesem Zuge eben auch zu Weihnachten Kindern, Senioren und Familien im Osten eine Freude macht.

Doch zurück nach Neubulach-Altbulach zu Fischle und Köhn: Ein Highlight in diesem Jahr sind die zahlreichen Puppen, die eine Spenderin einzeln mit gestrickten Klamotten ausgestattet hat.

Auch ein ganzer Korb voller Lebensmittel und Spielsachen sei bereits abgegeben worden, berichtet Köhn erfreut. In diesem Jahr eher weniger vorhanden sind selbst gestrickte Sachen wie Socken – doch hier hatte man Glück und noch aus dem Vorjahr Überschuss übrig, sodass man dies direkt ausgleichen konnte.

150 Sammelstellen gibt es in ganz Deutschland

Im Übrigen sei auch die örtliche Kirchengemeinde in das Projekt involviert, erklärt die 30-jährige Köhn. Auch dort kann beim evangelischen Pfarramt ein Paket oder dafür vorgesehener Inhalt abgegeben werden. Im Kreis Calw ist die Altbulacher Ablagestation nicht die einzige – auch in Nagold, Ebhausen, Altensteig, Schömberg, Bad Wildbad und Neuweiler können die Pakete unter anderem abgegeben werden. In ganz Deutschland sind es laut Missionsbund sogar 150 Stellen, von Quickborn im Norden über Kassel und Reutlingen bis nach Coburg und München.

Rein darf vieles: Von Schulsachen wie Mäppchen oder Stifte über Spielsachen bis hin zu haltbaren Lebensmitteln wie Reis oder Tee. Verboten sind indes gebrauchte Klamotten, Seife – da deren Geruch den ganzen Paketinhalt durchdringt – und verständlicherweise Dinge wie Alkohol oder Drogen.

Noch bis zum Donnerstag, 11. November, werden die Pakete gesammelt. Wobei Fischle sofort zu ihrer Nachfolgerin meint: "Sollen wir gleich verlängern?" Nach kurzem Abwägen einigen sich die Frauen auf den 15. November, der Montag nach dem eigentlichen Abgabeschluss. "Dann kommen vielleicht noch ein paar Pakete übers Wochenende", hofft Köhn. Übrigens: Die Päckchen, die Licht in den Osten bringen sollen, werden in vier Kategorien aufgeteilt: Jungen, Mädchen, Senioren und Lebensmittel. Bei den beiden ersteren wird noch zwischen den Altersgruppen drei bis fünf Jahre, sechs bis neun und zehn bis 13 unterschieden.

Fischle ist froh, dass in diesem Jahr wieder etliche Pakete eingegangen sind. Denn die Lieferungen kämen auch wirklich bei denen an, die es bräuchten, berichtet sie. Sie habe auch Videos bei sich zu Hause, die vom Einsatz in Russland in Bild und Ton berichten und zeigten, wie die Gaben vor Ort an die Menschen verteilt werden. Dann ist das Licht aus Altbulach tatsächlich im Osten angekommen.