Weitere 32 Obstbäume haben die neuen Baumpaten der Grosselfinger Streuobst-Initiative in den Bisinger Berg gepflanzt. Das sind die Bilder.
Weiterer Meilenstein für die Grosselfinger Streuobst-Initiative des OGV: Am Samstag haben die Baumpaten neue 32 Obstbäume gepflanzt. Der Zuspruch zur Aktion ist groß: Bereits nach zwei Wochen waren sämtliche Patenschaften vergeben. Bürgermeister Friedbert Dieringer sagte also nicht umsonst: „Es ist eine Freude, dass die Initiative so gut angenommen wird.“
Georg Koch und Bernd Baumann vom Bauhof hatten die Vorarbeit geleistet: Sie hoben im Laufe vergangener Woche Löcher aus, in denen die Baumpaten die Pflanzen setzten. Die Baum- und Fachwarte Zollernalb sowie OGV-Mitglieder haben sie dabei angeleitet, allen voran Josef Dehner, der erklärt hat, worauf des beim Bäume-Pflanzen ankommt.
Die Baum-Standorte hat OGV-Vorsitzender Christian Müller, seines Zeichens Bauingenieur, wie er erzählt, auf fünf Millimeter genau ausgemessen. So war es auch für die Baumpaten eine Aufgabe, die Bäume genau so einzusetzen, dass sie sprichwörtlich „nicht aus der Reihe tanzen“ (Müller).
„Ich finde die Aktion voll schön“
Dem entsprechend motiviert machten sich die Teilnehmer an die Arbeit. Unter ihnen ist Jennifer Schneider: „Ich finde die Aktion voll schön, wir haben nicht einen so großen Garten“, sagt sie, und deshalb kommt die Streuobst-Initiative des OGV genau richtig.
Katharina Mößmer meint auch: „Wir haben selbst keine Streuobstwiese, warum nicht die Aktion des OGV unterstützen und selbst einen Nutzen davon haben?“ – denn den Baumpaten gehört das Obst, das künftig an den Ästen gedeiht.
Daniela Welther berichtet, dass ein Teil der Familie in Koblenz lebt, und deshalb ist der Baum immer ein schönes Ausflugsziel, wenn alle zusammen in der schönen Heimat sind. Philipp Ruf sagt: Er sei am 1. November mit seiner Familie nach Grosselfingen gezogen und was liegt da näher, als einen eigenen Baum zu pflanzen, um Wurzeln zu schlagen?
Sechs Vereine stehen Pate für jeweils einen Baum
Auch die Vereine machen mit. Bei der zweiten Ausschreibung haben sich weitere fünf für eine Baumpatenschaft gemeldet, zusammen sind es nun also sechs: die Bruderschaft des ehrsamen Narrengerichts, die Grosselfinger Junghexen, der FC Grosselfingen, der Förderverein Hainburgschule, der Schützenverein Grosselfingen und der Kulturverein des Narrengerichts. So soll es sein, denn die Streuobst-Initiative soll, wie Müller erklärt, „in den Flecken hineinwirken“.
Seit der OGV-Vorsitzende das Projekt im Herbst 2024 erstmals vorstellte, hat sich viel getan. Erst haben Freiwillige die bestehenden Bäume von Misteln befreit, danach haben die Baumpaten der ersten Ausschreibung 31 Obstbäume gepflanzt und später die Schilder an den Stämmen montiert.
Neuer Lebensraum entsteht
Eines der Ziele des Projekts ist nicht nur der Erhalt der heimischen Kulturlandschaft mit Streuobstwiesen, es geht auch darum, neuen Lebensraum für Tiere zu schaffen. Inzwischen hängen auf dem Bisinger Berg 30 Fledermauskästen; der Bunker wurde umfunktioniert zum Fledermausquartier und eine Fledermausstele gibt es nun auch – all das in Zusammenarbeit mit dem Fledermaus-Experten Christian Dietz aus Haigerloch. Hinzu kommen die neun Steinkauz-Kästen und acht Sitzwarten für Greifvögel.
Darüber hinaus gibt es bei der Grosselfinger Streuobstwiesen-Initiative viel zu tun. Schon im nächsten Jahr soll das „grüne Klassenzimmer“ unter anderem der Grundschule weitere pädagogische Möglichkeiten eröffnen, außerdem erhalten die Baumpaten vom Samstag noch Urkunden und wieder müssen Schilder an die Stämme montiert werden. Nicht zu vergessen: die Pflege der Bäume.
Apfelernten und Mostfeste sind geplant
Christian Müller: „Mit dem Pflanzen alleine ist es nicht getan, wichtig ist die Pflege und die Erziehung in den ersten zehn Jahren. Gemeinsam mit den Baumpaten wollen wir hier eine nachhaltige und dauerhafte Streuobstwiese schaffen.“ Tragen die Bäume die ersten Früchte, werden Apfelernten und Mostfeste dazu beitragen, noch mehr Leben in die neue Streuobstwiese zu bringen.
Viele Akteure bringen sich ein
Bäume
Die Grosselfinger Streuobstwiesen-Initiative fußt auf vier Säulen: Die Gemeinde hebt die Löcher aus, beschafft die Bäume und hilft bei der Bewässerung. Die Baum- und Fachwarte Zollernalb kümmern sich anleitend um die Erziehungsschnitte; der OGV Grosselfingen koordiniert, und die Mitglieder bringen sich tatkräftig ein, hinzu kommen als weiteres Kernstück die vielen Baumpaten, die ebenfalls nach den Bäumen schauen.