Corinna Müller (von links), Vivien Klink sowie die Nachwuchs-Musiker Jan Müller (vorne) und Leon Klink leiteten die Bestellungen beim Kult-Bier-Fest an die Küche weiter. Foto: Feinler

Bei Sonnenschein und angenehmem Wind setzte die Musikkapelle Eutingen das erste "Kult-Bier-Fest to go" um. 500 Essen gaben die Musiker am Donnerstag in Eutingen aus.

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Eutingen - Symbolisch ist das Fass des Kult-Bier-Fests angestochen, wenn auch nur in Gedanken. Denn das Kult-Fest, der Nachfolger des Gartenfests aus den 1970er-Jahren, kann auch dieses Jahr nicht in gewohnter Form stattfinden. Daher hat sich die Musikkapelle Eutingen einiges einfallen lassen. 1500 Flyer mit den Bestellterminen für den 3. und 6. Juni wurden verteilt. Bestellungen gingen vorab per WhatsApp, Anruf, E-Mail und auch über den Briefkasten bei einem der Vorsitzenden, Florian Weingärtner, ein. "Manche haben auch den Flyer fotografiert und uns das Foto per Whats­App geschickt", erklärt Musiker-Vorsitzender Gerold Akermann. Für das Kult-Bier-Fest wurde extra eine Handynummer eingerichtet. Mehr als 120 Bestellungen gingen ein. 500 Essen wurden bestellt. "Ich hatte nicht mit so vielen Bestellungen gerechnet. Das ist toll. Wir danken allen Bestellern", sagt Akermann.

Über die sozialen Medien wurden vorab nicht nur Fotos zu den Essen gepostet. Ein Plan, wie das erste Abhol-Kult-Bier-Fest erfolgt, wurde hochgeladen. Die Musikkapelle Eutingen dankte allen: "Es ist schön zu sehen, dass Ihr auch in diesen Zeiten an uns denkt."

Fest nochmal am Samstag

Zum Mitnehmen findet das Kult-Bier-Fest nochmals am Sonntag statt. Bereits an Fronleichnam hatten die Ehrenamtlichen alle Hände voll zu tun. Bevor die Teams zusammenarbeiten konnten, wurden alle Helfer auf Corona getestet. Morgens um 8 Uhr ging es in der Küche los. 17 Personen waren an unterschiedlichen Stationen im Einsatz. Eine Einbahnstraße, aus Richtung Bahnhofstraße über den Brühl in die Marktstraße, wurde eingerichtet. Ein Schild wies auf die Abholmöglichkeit hin. Am vorderen Bereich des Brühlwegs standen zwei Einweiser, die die Fahrzeuge zu Corinna Müller und Vivian Klink, unterstützt von der Musiker-Jugend, Jan Müller und Leon Klink, weiterleiteten. Die beiden Musikerinnen fragten die Fahrer nach den Namen und gaben die Bestellnummer über ein Funkgerät an die Küche weiter. Das Geld wurde kassiert, und die Fahrer durften zum Brühlgelände vorfahren. "Vorher hat einer sein Essen mit dem Fahrrad abgeholt. Der fährt nach Bildechingen", zeigte sich Corinna Müller überrascht. Einige Eutinger, Göttelfinger, Rohrdorfer, Bildechinger, Mühlener und Leute aus der weiteren Region holten das Essen ab. Da die Fahrer Mundschutz tragen mussten und manche automatisch ihre Kofferräume vom Fahrerbereich aus öffnen konnten, wurde oft kontaktlos das vorbestellte Essen abgeholt.

"Die aus der Küche bekommen heute sicher einige Kilometer zusammen", sagte Akermann, der die fleißigen Läuferinnen beobachtete. Immer wieder gingen sie in die Küche und holten die frisch gepackten Tüten, die von der Metzgerei Odermatt und der Bäckerei Plaz aus Eutingen zur Verfügung gestellt wurden. An den Stofftüten fand sich neben der Bestellnummer auch ein Dankesgruß: "Die Musikkapelle Eutingen wünscht (Name) einen guten Appetit!." Ein Drittel der Bestellungen wurde in Eutingen mit den Autos in Thermoboxen ausgefahren. Vier Teams hatten sich Routen zusammengestellt und belieferten nicht nur ältere Eutinger. So mancher Eutinger wunderte sich über den gelben oder grünen Punkt auf seiner Bestellkarte, der auf die Route hindeutet. In 15 Minuten wurden vier bis fünf Belieferungen vorgenommen.

"Wir sind sehr zufrieden mit dem ersten Kult-Bier-Fest to go"

Als Menü konnte ein Paniertes Schnitzel mit Kartoffelsalat, Spätzle und Soße gewählt werden. Zudem gab es den vegetarischen Genießersalat, den Wurstsalat Schwäbischer Art, den Wurstsalat Schweizer Art mit Emmentaler Käse und den Wurstsalat mit Radieschen, Tomaten, Paprika und Zwiebeln. Die meisten Bestellungen gingen für das Schnitzel-Menü ein, das in der umweltfreundlichen Verpackung ausgegeben wurde. Zu Höchstzeiten wurden etwa 40 Schnitzel in einer viertel Stunde ausgegeben, wobei einige Besteller gleich mehrere Menüs gewählt hatten. Immer wieder packten die Musiker auch die Hochdorfer-Bier-Spezialitäten in die Fahrzeuge.

"Wir sind sehr zufrieden mit dem ersten Kult-Bier-Fest to go", bezog sich Akermann auf den ersten Teil. Am Sonntag werden Kuchen zum Mitnehmen angeboten, die auch gut vorbestellt wurden. Ob als Kuchenpaket oder Einzelstücke von Rhabarber- oder Erdbeerkuchen sowie Muffins – einige Bestellungen gingen über die Möglichkeiten ein. Manche werden abgeholt, andere ausgeliefert. Für die Musiker war das etwas andere Kult-Bier-Fest nicht nur eine super Möglichkeit, sich im Ort zu präsentieren. Auch freuten sich die Musiker, corona-konform gemeinsam etwas umzusetzen. Akermann wurde am Donnerstag immer wieder von Radfahrern nach dem Weg gefragt, stand er am Ausgangspunkt des Brühlwegs in der gelben Weste. "Was ist hier los?", hakte eine Radfahrerin nach, die auf dem Weg zum Rauschbart war. Auch Reiter auf Pferden kamen vorbei. Gerold Akermann hatte von so manchem schon eine Rückmeldung bekommen, dass das Essen lecker gewesen sei und dass die Aktion toll sei. Zudem lobten die Autofahrer, dass es kaum Wartezeiten gab und dass sie somit das Essen schnell nach Hause bringen und dieses dort genießen konnten.

Nach dem Fest will die Musikkapelle weiterhin den Online-Unterricht und den Einzelunterricht fortführen. Wenn es möglich ist, soll auch ein Jugendvorspielnachmittag im Sommer und die D-Prüfungen in den Herbstferien stattfinden. Die Musiker hoffen jedoch, dass die restlichen Veranstaltungen wieder wie gewohnt stattfinden und dass 2022 das Kult-Bier-Fest wieder im Brühl gefeiert werden kann.