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Aktion Glücksmomente DRK Zollernalb erfüllt Wünsche an einem Tag

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Nathalie Hahn erfüllt mit Unterstützung vieler Ehrenamtlichen Herzenswünsche. Der rot-weiße Transporter mit der Aufschrift "Glücksmomente" steht bereit. Foto: Ungureanu

Sich von Haus und Hof verabschieden, die beste Freundin in Freiburg besuchen, den Bodensee oder die Insel Mainau sehen: Damit solche Wünsche auch für unheilbar Kranke oder Schwerbehinderte in Erfüllung gehen können, hat das DRK Zollernalb die Aktion "Glücksmomente" ins Leben gerufen.

Zollernalbkreis - Auch jetzt, in Zeiten von Corona, obwohl es durch die Pandemie "etwas schwierig" geworden sei, versucht die Aktion "Glücksmomente", Schwerkranken besondere Wünsche zu erfüllen. Manches sei wegen der Pandemie aber schlicht nicht möglich gewesen. Zum Beispiel ein Besuch beim Bang Your Head oder im Freizeitbad. Sie persönlich habe eine Fahrt mit einer Familie in die Wilhelma besonders berührt, sagt Nathalie Hahn, die die "Glücksmomente" federführend betreut: "Die Mutter hatte eine Hirnblutung und lebt seither in einem Pflegeheim für Senioren. Für den Vater und die beiden etwa zehnjährigen Kinder wurde das ganze Leben durcheinandergeworfen. Er sagt, er sei verheiratet ›und doch nicht‹. In der Wilhelma hat die Frau erstmals wieder Reaktionen gezeigt, ihr Zustand hat sich seither zunehmend verbessert."

Ein weiterer Wunsch, der erfüllt werden konnte: "Ein Mann ist verstorben, während seine Frau um Krankenhaus lag. Ihr Wunsch war es, zu seiner Beerdigung zu fahren." Ein älterer Mann, der an Parkinson erkrankt und immer weniger mobil war, habe sich eine Zeppelinfahrt gewünscht. Und eine ältere Dame habe sich gewünscht, vor ihrem Tod noch einmal das Rauschen des Waldes zu hören. Ziel der "Glücksmomente" sei es, unheilbar Kranken oder Menschen mit Behinderung kostenfrei einen sorglosen Tag zu schenken: "Unsere Glücksmomente setzen dort an, wo die Angehörigen überfordert sind. Zum Beispiel, wenn eine Person nur liegend transportiert werden kann oder medizinische Betreuung benötigt."

Fahrzeug angeschafft

Wie kam es zu den "Glücksmomenten"? Ursprünglich, erinnert sich Nathalie Hahn, sollte es "Wünsche wagen" heißen. Aber eine Aktion unter diesem Namen habe bereits der Arbeiter-Samariter-Bund angeboten. So habe man sich in Anlehnung an eine Weihnachtsaktion eben für "Glücksmomente" entschieden. Mit Unterstützung der "Aktion Mensch" und zahlreicher Spender wurde ein Fahrzeug angeschafft und entsprechend umgebaut. In Senioreneinrichtungen, bei Seniorennachmittagen, bei den Hospizgruppen und im Krankenhaus wurde die Aktion beworben.

Rund 30 Ehrenamtliche fanden sich - aus dem medizinischen Bereich oder aus Hospizgruppen. "Auch Pädagogen sind dabei, die es verstehen, mit schwierigen Menschen umzugehen", sagt Nathalie Hahn. Für die Ehrenamtlichen werden entsprechende Schulungen angeboten - etwa zu verschiedenen Krankheitsbildern, dem Umgang mit Trauer oder Reflexionsgesprächen. "Manche kümmern sich auch nur ums Organisatorische", erklärt Nathalie Hahn: "Sie machen den Papierkram, klären die Sache mit der Vorsorgevollmacht, telefonieren, treffen Absprachen mit den Ärzten, kümmern sich um Parkmöglichkeiten, besorgen den Schlüssel für die Behindertentoilette oder organisieren eine besondere Führung - zum Beispiel ins Zeppelinmuseum."

Dankbar für Unterstützung

Für die Betroffenen ist es ein besonderes Geschenk: "Es sind beglückende und unvergessliche Momente", sagt ein Ehrenamtlicher, der von Anfang an dabei ist: "Erlebte Beispiele in ihrer Vielfalt sind immer sehr berührend." Und: "Dass sich die Leute trauen, anzurufen und ihren Wunsch vorzubringen, finde ich auch sehr wichtig." Das findet auch Nathalie Hahn: "Jeder, der jemanden kennt, jeder, der selbst betroffen ist oder der für seinen Partner, sein krankes oder behindertes Kind Glücksmomente erleben möchte, kann sich melden und seinen Wunsch mit uns besprechen", sagt sie: "Möglichst jeder Wunsch wird erfüllt, der innerhalb eines Tages realisiert werden kann."

Da das Projekt - einschließlich die Schulung der Ehrenamtlichen - ausschließlich durch Spenden finanziert werde, freue man sich über jede Unterstützung. Nicht nur für die Instandhaltung des Fahrzeugs, sondern auch für weitere Ausrüstung, die man brauche. Zum Beispiel ein kleiner Drucker, um Fotos gleich auszudrucken und das Erlebnis für immer festzuhalten. Für Spenden ans Deutsche Rote Kreuz mit dem Verwendungszweck "Glücksmomente" wurden bei der Sparkasse Zollernalb und bei der Volksbank Hohenzollern-Balingen Spendenkonten eingerichtet.

Die Aktion "Glücksmomente" des DRK Zollernalb ist telefonisch unter 07433/ 9 09 98 43 oder auch per E-Mail gluecksmomente@drk-zollernalb.de zu erreichen.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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