In den vergangenen Jahren waren bei den Männeraktionstagen im Monbachtal Abenteuer angesagt. Es ging darum, Herausforderungen zu meistern. Das ist in dieser Form während der Corona-Krise nicht möglich. Stattdessen haben sich Steffen Cramer und Niklas Ebert eine Alternative überlegt, die während einer Pandemie möglich ist und Mitmenschen hilft. Foto: Clemens Tröger

Die Corona-Krise ist oft vom Rückzug ins Private geprägt. Steffen Cramer und Niklas Ebert von der Liebenzeller Mission haben sich deshalb überlegt, wie in dieser Zeit dennoch etwas für andere Menschen getan werden kann.

Bad Liebenzell - Cramer und Ebert sind bei der Liebenzeller Mission unter dem Motto "Stronger" (englisches Wort für "stärker") für die Männerarbeit zuständig. Cramer baute als hauptamtlicher Mitarbeiter der Liebenzeller Mission diesen Bereich seit 2010 mithilfe von vielen Ehrenamtlichen auf. Ebert unterstützt ihn als weiterer hauptamtlicher Mitarbeiter seit 2019. Ebert erfand auch den Ausdruck "Stronger" für die Männerarbeit.

Seit 2014 gibt es den Männeraktionstag, bei dem im Monbachtal auf Männer viele Herausforderungen und Abenteuer warteten. Mehr als 800 Teilnehmer zählten in der Vergangenheit diese Aktionstage, berichtet Ebert.

6000 Teilnehmer gesucht

Doch in Zeiten der Pandemie ist das so nicht möglich. "Aus diesem Grund haben wir uns als Team eine passende Alternative überlegt, die lokal flexibel an die geltenden Corona-Maßnahmen angepasst werden kann", macht Ebert deutlich. Zudem habe er festgestellt, dass Männer seit Corona sich viel um sich selbst drehten und den Blick für andere Menschen verlieren würden, bedauert er. Daher riefen Cramer und Ebert die Initiative "Männeraktionstag#sechshundert" ins Leben. Sie wollen 6000 Männer mobilisieren, die vom 1. bis 25. September 600 Stunden lang an 60 Orten in sechs Ländern Aktionen für andere starten. Das könne der Bau eines Spielplatzes sein, so Ebert. Es sei aber auch möglich, für einen hilfsbedürftigen Nachbarn den Rasen zu mähen. Der Fantasie seien keine Grenzen gesetzt: "Wir wollen, dass Männer ausbrechen, Nächstenliebe ganz praktisch leben und dadurch einen Unterschied bewirken."

Was dabei möglich ist, erlebten Cramer und Ebert im Juli bei ihrem Einsatz zusammen mit anderen Ehrenamtlichen im Auftrag der Liebenzeller Mission in vom Hochwasser betroffenen Gebieten in Nordrhein-Westfalen. Rund 20 Helfer der Mission waren schwerpunktmäßig in Erftstadt-Blessem im Einsatz.

Christlicher Glaube ist Motivation

An der Aktion mitmachen dürfen alle, unabhängig von der Weltanschauung, so Ebert. Die Motivation der Initiatoren sei gleichwohl der christliche Glaube.

Interessenten für die Teilnahme an der Aktion werden gebeten, sich entweder unter der Handynummer 0157/51 70 23 69 oder unter stronger@liebenzell.org zu melden.