Sozialarbeiterin Nora Stippich ist in der Aula des Scheffelgymnasiums im Gespräch mit interessierten Schülerinnen. Foto: Hug

Sozialarbeiter sind derzeit in der Stadt und an Schulen unterwegs, um Jugendliche über die anstehende Landtagswahl zu informieren – am Mittwochmorgen besuchten sie das „Scheffel“.

Lebhafte Schüler, interaktive Stationen und ein Glücksrad – es ist ein besonderer Tag am Scheffelgymnasium. Das mobile Wahlwohnzimmer der Stadt hat seine Stände in der Aula aufgebaut. Es ist das erste Mal, dass die Sozialarbeiter das Angebot zur Landtagswahl organisieren. Zielgruppe sind Erstwähler, aber auch jüngere oder ältere Schüler können sich über Parteien und Kandidaten informieren. Bei der anstehenden Landtagswahl dürfen erstmals Menschen ab 16 Jahren wählen.

 

Es gibt drei Stationen, an denen Jugendliche Fragen beantworten, Fotos zuordnen und das Wahlprogramm als künstlich erstellte Bilder anschauen. An der vierten Station dürfen sie sich in bequeme Liegestühle setzen und mit einer Fachkraft über politische Themen, die ihnen auf dem Herzen liegen, sprechen. Haben sie sich an allen Stationen einen Stempel geben lasse, dürfen sie am Glücksrad drehen und können Preise gewinnen. In einem separaten Raum gibt es eine weitere Aktion: Mit Tablets, auf denen der „Wahl-O-Mat“ und der „Wahl-Swiper“ heruntergeladen sind, beschäftigen sich die Schüler mit den Programmen der Parteien.

Das mobile Wahlwohnzimmer kommt bei den Jugendlichen gut an. Die 16-jährige Carla Santo hat sich mit fünf Klassenkameradinnen umfassend an den Stationen informiert. Die Aktion gefällt ihnen. „Überall hängen momentan Wahlplakate, aber ich weiß nicht, was dahinter steckt“, so Santo. Es sei schwer, sich alleine darüber zu informieren. „Man ist verunsichert, mir fehlen genauere Informationen. Deshalb finde ich es toll, dass das mobile Wahlwohnzimmer zu uns an die Schule gekommen ist.“ Man werde unterstützt zu verstehen, was die Parteien in ihren Wahlprogrammen fordern. Die anderen Mädchen pflichten Santo bei.

Gemeinschaftskundelehrerin Franziska Gmelin zeigt sich überzeugt: „Mit solchen Aktionen wollen wir die Schüler, die Erstwähler sind, auf die Landtagswahl vorbereiten. Wir wollen ihnen die Möglichkeit geben, sich außerhalb des Unterrichts mit der Politik und den Programmen der Parteien auseinanderzusetzen.“ Das mobile Wahlwohnzimmer macht an verschiedenen Stationen und Schulen Halt. „Wir haben alle weiterführenden Schulen in Lahr angeschrieben und ihnen angeboten, zu kommen“, erklärt Sozialarbeiterin Nora Stippich. Manche Schulen hätten ein eigenes Angebot, andere haben die Möglichkeit angenommen.

Viele fragen nach Olaf Scholz

„Wir sind auch in der Innenstadt und den Stadtteilen unterwegs“, so Stippich. „Die Jugendlichen müssen nicht zu uns kommen, wir kommen zu ihnen – unabhängig von ihrem Bildungsgrad.“ Man sei immer mit vier bis fünf Fachkräften und mehreren Praktikanten und FSJlern unterwegs, um intensiv mit den Jugendlichen sprechen zu können. „Wir wollen in Kontakt mit ihnen gehen und hören, was sie beschäftigt und was sie umtreibt. Wir beantworten ihre Fragen und informieren sie neutral und unparteiisch.“

Viele der Jugendlichen fragen nach Olaf Scholz, erklärt Stippich. Zunächst habe sie das irritiert, bis sie verstanden habe, dass Scholz der erste Kanzler war, den die Altersgruppe bewusst wahrgenommen habe. Einen großer Teil der jungen Menschen erlebe sie als offen und interessiert an politischer Bildung. Auch die zwölfjährige Nihal Nadir Abdi hört den Sozialarbeitern interessiert zu. „Ich finde es toll, dass diese Aktion in der Schule angeboten wird. Wir können etwas über die Politiker lernen, auch wenn wir noch nicht wählen dürfen.“

Weitere Aktionen

Weiter geht’s mit dem Wahlwohnzimmer am Freitag, 27. Februar, mit einem Besuch ab 17 Uhr bei der Kleidertauschparty der Young Caritas in der Kirche Sancta Maria. Zudem macht es am Mittwoch, 3. März, von 13 bis 17 Uhr am Storchenturm Station.