US-Präsident Donald Trump ist an der Börse in Frankfurt – nicht nur auf dem Bildschirm – allgegenwärtig. Foto: Boris Roessler/dpa

Vorschau auf die Börsenwoche: Das neue Störfeuer aus den USA dürfte die Aktienmärkte in Deutschland bremsen. Die ökonomischen Aussichten bessern sich allerdings, meint unser Autor.

Wenn der Dax – wie seit Monaten und trotz kurzer Schwächephase – von Allzeithoch zu Allzeithoch eilt, dann steckt darin viel Hoffnung auf ein Ende der Rezession. Tatsächlich atmen die Konjunkturexperten hierzulande vorsichtig auf, denn das lange Tal der Stagnation scheint bald durchschritten zu sein.

 

Dies wird nicht zuletzt auf die Leitzinspolitik der Europäischen Zentralbank zurückgeführt. „Die seit dem vergangenen Sommer erfolgten Zinssenkungen der Notenbank um bald 200 Basispunkte dürften allmählich ihre Wirkung entfalten und insbesondere in der Industrie und im Bausektor die Nachfrage anschieben“, urteilen die Commerzbank-Analysten.

Weitere Zinssenkung scheint gesetzt

Am Donnerstag tagt der EZB-Rat erneut, eine weitere Zinssenkung um 0,25 Prozentpunkte „scheint gesetzt“, heißt es. Der Einlagensatz stünde dann bei 2,0 Prozent. Im September sei mit einem vorerst letzten Schritt zur Stärkung der Binnenkonjunktur zu rechnen – danach dürfte die EZB die Zinsen vorerst unverändert lassen. So sieht es wohl die Mehrheit der Analysten: dass die Zentralbank dann erst einmal auf Sicht fährt.

Für ein Innehalten der EZB spricht auch, dass die Inflation, die in Deutschland gerade bei 2,1 Prozent stagniert, im weiteren Jahresverlauf um das mittelfristige EZB-Ziel von zwei Prozent herum schwanken dürfte. Die aktuelle Teuerung in der Eurozone wird am Dienstag bekannt – auch dort lässt der Inflationsdruck nach. Vor allem der Preisrückgang bei Energie sorgt für Entspannung.

Dass die Rekordjagd des Dax in dieser Woche kaum weitergehen dürfte, dafür sorgt wieder einmal Donald Trump. Die gerade angedrohte Verdoppelung der Zölle für Stahl- und Aluminiumeinfuhren würde mehr Unternehmen treffen, als es auf den ersten Blick scheint. Zudem kann sich die EU genötigt sehen, entschlossen zu antworten. Die Volatilität ist ohnehin schon riesig – die Aktienmärkte reagieren auf alles, was aus den USA kommt. Nun ist die gesamte Unsicherheit im Handelskonflikt zurück. So stehen die Signale für den Dax vorerst auf Korrektur statt auf eine Fortsetzung des Höhenflugs.