Die Deutsche Bank dürfte den ersten Milliardengewinn seit 2014 präsentieren. Foto: dpa/Arne Dedert

Unsere Börsenexperten blicken auf die kommende Woche. Die Fed dürfte die Weichen für eine Zinserhöhung stellen. Deutsche Bank und SAP präsentieren ihre Bilanzen.

Frankfurt - Wegen der Sitzung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) am Mittwoch herrscht an den Aktienmärkten große Anspannung. „Es verdichten sich die Anzeichen, dass die US-Notenbank bereits in wenigen Wochen die Leitzinswende einläuten dürfte“, schreibt Frank Klumpp, Aktienexperte bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Da die Inflationsrate in den Vereinigten Staaten im Dezember sieben Prozent erreicht hat, geht an den Märkten die Furcht um, dass die Fed mit kräftigen Zinserhöhungen reagiert. Die LBBW geht für dieses Jahr von vier Zinserhöhungen um je 0,25 Prozentpunkte aus.

 

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Claudia Windt von der hessisch-thüringischen Landesbank Helaba hielte es für sinnvoll, den Leitzins bereits am Mittwoch anzuheben. Wahrscheinlich werde die Fed das aber nicht tun, weil sie weitere Irritationen an den Märkten vermeiden wolle, meint Windt. Leitzinserhöhungen verteuern die Aufnahme neuer Kredite, ein schneller Anstieg könnte also die Finanzplanung von Unternehmen wie Verbrauchern durcheinanderwirbeln. Gleichzeitig könnten die Aktienkurse weiter unter Druck geraten, weil bei kräftigen Zinserhöhungen die Attraktivität von Zinsprodukten gegenüber Aktien stiege.

Moderate Zinserhöhungen können die Märkte verkraften

Der Kapitalmarktexperte Robert Halver mahnt zu Gelassenheit: „Historisch betrachtet haben überschaubare US-Leitzinserhöhungen Konjunktur sowie Aktienmärkte – nach anfänglichen Irritationen – weiter ansteigen lassen.“ Er geht davon aus, dass US-Notenbankchef Jerome Powell am Mittwoch die Nerven beruhigen wird.

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Am Morgen nach Powells Pressekonferenz beginnt in Deutschland die Bilanzsaison: Die Deutsche Bank, der Softwareriese SAP sowie der Pharma- und Laborzulieferer Sartorius öffnen ihre Bücher. SAP hat die wichtigsten Zahlen zur Geschäftsentwicklung 2021 bereits am Freitag veröffentlicht, Umsatz und Gewinn fielen etwas höher aus als von Analysten erwartet. Die Deutsche Bank dürfte zum ersten Mal seit 2014 einen Milliardengewinn präsentieren. Der seit September im Deutschen Aktienindex (Dax) notierte Pharmazulieferer Sartorius hatte nach starken Zahlen in den ersten neun Monaten für 2021 ein zweistelliges Gewinn- und Umsatzwachstum prognostiziert.

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