Vorschau auf die kommende Börsenwoche: Trump sorgt für eine Achterbahnfahrt an den Aktienmärkten – das Chaos bleibt aus. Der Grund ist schlicht, meint unser Autor.
Wie kann es sein, dass die Aktienmärkte hüben wie drüben nach dieser atemberaubenden Woche fast so dastehen, als wäre kaum etwas gewesen? Der Leitindex Dax etwa hat auf Wochensicht „nur“ eineinhalb Prozent verloren, nachdem die Anleger zwischenzeitlich in den Abgrund geschaut haben. Die Antwort ist schlicht: In diesen wilden Zeiten liegt in der Unberechenbarkeit etwas Berechenbares – das lässt die Anleger nicht in Panik verfallen, sondern rasch wiederkommen.
Beispiel Donald Trump: Seine jüngste Erpressung inklusive neuer Strafzölle lässt die Börsen kurz in die Knie gehen, doch kaum willigt er in ein Rahmenabkommen zu Grönland ein, schnellen die Kurse wieder hoch. Auf „Taco“-Trump („Trump always chickens out“, macht also stets den Rückzieher) ist Verlass.
US-Staatsanleihen als riskantes Druckmittel
Die Androhung europäischer Gegensanktionen bis hin zur „Handels-Bazooka“ hat für große Nervosität an den Märkten gesorgt, aber genau das ist für Trump ein Warnsignal, um innezuhalten. Fürchten muss er auch die (eher theoretische) Option, dass europäische Investmentfonds ihre US-Staatsanleihen rauswerfen und die exorbitant verschuldeten USA infolge erhöhter Zinsen in Bredouille bringen. Finanzakteure in der EU halten fast ein Viertel aller US-Staatsanleihen.
Bei aller Launenhaftigkeit des US-Präsidenten hat es ferner etwas Beständiges, dass er die ökonomische und militärische Macht Amerikas einsetzt, um eigene geopolitische sowie wirtschaftliche Interessen von Günstlingen seiner Regierung (wie Tech-Konzernen oder Rohstoff-Magnaten) durchzudrücken. Dieser Kurs beflügelt mehr die Fantasien, als dass er abschreckt. Insofern ist der Aufwärtstrend an den Börsen allen Wirren zum Trotz so nachhaltig, dass die Anleger im weiteren Verlauf dabei sein wollen.
Gold und Silber weiter auf Rekordfahrt
Wenig überraschend ist zudem die anhaltende Rekordfahrt für Gold und Silber – Edelmetalle erfüllen mehr denn je ihren Zweck als Anti-Krisen-Werte. Ein Widerspruch zu Aktienkursen auf Höchstniveau? Nicht in der neuen Börsen-Welt, in der die sicheren Häfen stets im Blickfeld bleiben.
In dieser Woche stehen eine Vielzahl von Wirtschafts- und Unternehmensdaten an – am Freitag etwa die BIP-Zahlen für Deutschland. Bereits am Mittwoch kommt der Zinsentscheid der US-Notenbank Fed, die nach allgemeiner Expertenerwartung eine Zinssenkungspause einlegen dürfte. Trumps Ärger darüber garantiert neue Unsicherheiten.