Vorschau auf die kommende Börsenwoche: Die Aktienmärkte stehen vor einem anhaltenden Absturz, wenn die Preise wegen des Nahost-Kriegs weiter in die Höhe gehen.
Es ist Zeit, einen Blick auf vier Jahre alte Charts zu werfen: Damals – im Oktober 2022 – kletterte die Inflationsrate im Euroraum auf 10,6 Prozent. Nun mehren sich die Stimmen, die einen ähnlichen Schub erwarten.
Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer sagt für den März eine Preissteigerungsrate von etwa 2,6 Prozent voraus. Die Inflationsrate werde in den kommenden Monaten noch zulegen, wenn die Energiepreise weiter klettern und die höheren Gaspreise bei den privaten Haushalten ankommen. Auch bei Nahrungsmitteln könnte die Teuerung anziehen.
Gibt die EZB-Chefin am Mittwoch Hinweise?
Allerdings dürfte der Energiepreisschub nicht so stark ausfallen wie 2021/2022, und andere preistreibenden Faktoren wie Lieferkettenprobleme oder Nahrungsmittelknappheiten werden Krämer zufolge weniger durchschlagen als damals. Folglich rechnet er diesmal nicht mit zweistelligen Preissteigerungsraten, sondern eher mit drei bis vier Prozent, je nach Eskalationsstufe des Nahost-Kriegs. Was gedenkt die Europäische Zentralbank gegen die Inflation zu tun? Am Mittwoch will EZB-Präsidentin Christine Lagarde eine mit Spannung erwartete Rede halten – da könnte es Hinweise geben.
Die Aktienmärkte sind bereits schwer angeschlagen, Leitzinsanhebungen würden die Laune nicht verbessern. Gut elf Prozent ist der Dax seit Kriegsbeginn nach unten gerauscht. Vor allem die Konsumgüterbranche leidet: Die Aktie von Beiersdorf befindet sich gerade im freien Fall und hat den tiefsten Stand seit zehn Jahren erreicht – auch Henkel-Aktien sind seit Kriegsbeginn in zweistelliger Prozenthöhe eingebrochen. Den Konzernen macht neben den Rohstoffkosten die Konsumzurückhaltung zu schaffen.
Eindringliche Warnungen der Bank of America
Die Wurzel allen wirtschaftlichen Übels liegt im Kriegsgebiet. In den USA warnt die Bank of America: Sollte die Straße von Hormus nicht schon bald freigegeben werden, sei eine globale Rezession denkbar. Bei Kursen nur knapp unter den Allzeithochs sei ein solches Horrorszenario nicht eingepreist – was dann zu deutlichen Verwerfungen führen könnte. Das bedeutet: Der aktuelle Abwärtstrend wäre dann nur der Anfang.
Hierzulande wird am Mittwoch der Ifo-Geschäftsklimaindex öffentlich, tags drauf der GfK-Konsumklimaindex. Es ist mit ungünstigen Daten zu rechnen.