Der damalige Finanzvorstand Lutz Meschke (links) und Vorstandschef Oliver Blume jubeln am 29. September 2022 an der Frankfurter Börse – nun ist Porsche erstmals seit dem Börsengang in die Verlustzone gefahren. Foto: dpa

Vorschau auf die kommende Börsenwoche: Die Autohersteller kämpfen mit altbekannten und ganz neuen Problemen. Doch es gibt Zeichen der Hoffnung, meint unser Autor.

Fast eine Milliarde Euro Betriebsverlust im dritten Quartal, operativer Gewinn 99 Prozent unter Vorjahr, vermutlich ein weiteres Jahr mit Absatzminus: Porsche steckt in einer historischen Krise. Die Rolle rückwärts bei E-Autos, der vernagelte Luxusmarkt in China, Trumps Zölle – die verwöhnten Zuffenhausener kämpfen mit gravierenden Kostenfaktoren. Die Börse reagierte am Freitagabend mit einem Dämpfer. Die Papiere von Mercedes-Benz rutschten gleich mit ab.

 

Es sind harte Zeiten für Automobilhersteller. Nun kommen die Probleme mit dem Chiphersteller Nexperia hinzu. Vor allem Volkswagen ist ein wichtiger Lieferant für Halbleiter-Chips weggebrochen. Nach Alternativen wird gefahndet; vorerst geht der Betrieb in den Werken ohne Kurzarbeit weiter. Die Autopapiere dürften anhaltend unter Druck stehen.

Sind die schwierigen Monate schon überstanden?

Folgt man den Analysten der Landesbank Baden-Württemberg, scheint über der Börse die Herbstsonne. Die sonst so schwierigen Monate seien beinahe überstanden – die Akteure hätten sich von Störfeuern nur kurzzeitig irritieren lassen. Die Sorgen um eine Krise von US-Regionalbanken seien verflogen, und Trump schüre Hoffnung auf eine Entspannung im Handelsstreit mit China.

Auch die US-Notenbank, so erwartet die Mehrheit der Fachleute, wird mitspielen und am Mittwoch die Leitzinsen um weitere 25 Basispunkte senken. Am selben Tag könnten die KI-Giganten Alphabet, Meta, Microsoft sowie tags drauf Amazon und Apple mit ihren Quartalsberichten entscheidende Signale bis Ende 2025 senden. Aus statistischer Sicht sei der Boden für einen freundlichen Jahresausklang bereitet, so die LBBW-Analysten, denn der Blick in den Rückspiegel zeigt: Bei positiver Dax-Performance von Januar bis Oktober seien in 20 von 24 Fällen weitere Kursgewinne bis Jahresende gefolgt.

Trump trifft Xi – folgt die Wende im Handelsstreit?

In Deutschland startet die neue Woche mit dem ifo-Geschäftsklimaindex. Die EZB wird die Leitzinsen am Donnerstag ziemlich sicher unverändert lassen. Am gleichen Tag will Trump den chinesischen Präsidenten Xi Jinping treffen – dieses Ereignis könnte die Börse#----n schon deutlich stärker bewegen.