Ein Hoch und Runter: Die Dax-Kurve im Handelssaal der Deutschen Börse in Frankfurt. Foto: dpa/Boris Roessler

Ausblick auf die Börsenwoche: Die Aktienmärkte drehen weiter auf, der Dax-Höhenflug hält an. Doch die Stimmung könnte schnell kippen.

Der Dax eilt weiter von Rekordhoch zu Rekordhoch, mit der Marke von 22 000 Punkten nehmen Anleger den nächsten Meilenstein ins Visier. Die Kurstreiber: Sinkender Inflationsdruck, Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank (EZB) und die Hoffnung, dass US-Präsident Donald Trumps den Zollhammer stecken lässt. Die Konjunktur schwächelt jedoch weiter – und vom Tisch ist die Gefahr eines Handelskriegs nicht. Mit erhöhtem Bewertungsniveau steigt das Risiko von Rückschlägen.

 

„Die Luft wird zunehmend dünner“, warnt Expertin Claudia Windt von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Nachhaltig höhere Notierungen seien fundamental künftig nur durch sich verbessernde Unternehmensgewinne zu rechtfertigen. Die Dax-Rallye werde von der Zuversicht getragen, dass sich Trump verhandlungsbereit zeige und größere Zollkonflikte vermieden werden können, meint DZ-Bank-Analyst Sören Hettler. „Eine solide Basis für Kursgewinne sieht sicherlich anders aus“.

Stimmung kann schnell umschlagen

Wie schnell die Stimmung umschlagen kann, zeigte sich am vergangenen Montag, als das chinesische Start-up DeepSeek ein Kursbeben im heißgelaufenen Tech-Sektor auslöste. Das KI-Modell der Chinesen kommt angeblich mit viel weniger Rechenaufwand aus als die mit Unsummen an Investorengeldern aufgerüsteten US-Konkurrenten. Der furiose Start von DeepSeek weckt daher Zweifel, ob die teuren KI-Chips des US-Herstellers Nvidia wirklich im großen Stil benötigt werden. Der Aktieneinbruch war zwar rasch wieder verdaut, deutet aber auf erhöhte Nervosität am Markt hin.

Wichtig diese Woche: Die Berichtssaison läuft weiter auf vollen Touren – Quartalszahlen der Google-Mutter Alphabet (Dienstag) des Entertainment-Giganten Disney (Mittwoch) oder des weltgrößten Versandhändlers Amazon (Donnerstag) stehen an. Außerdem: Neue Daten zur Industrieproduktion in Deutschland – hier stehen die Zeichen weiter auf Flaute – und vom US-Arbeitsmarkt (beides am Freitag).