Twitter legt am Donnerstag seine Jahresbilanz vor. Foto: dpa/Monika Skolimowska

Unsere Börsenexperten blicken auf die kommende Woche. Neben den US-Riesen Twitter und Pfizer öffnen Siemens und weitere Dax-Konzerne ihre Bücher.

Frankfurt - Nach einem kurzen Anstieg ging es mit dem Deutschen Aktienindex (Dax) in der zweiten Hälfte der vergangenen Woche schon wieder bergab. Alexander Hürkamp von der Commerzbank erwartet, dass die kräftigen Kursschwankungen noch monatelang anhalten werden, „größtenteils zwischen 15 000 und 16 000 Punkten“. Hauptgrund dafür seien die von der US-Notenbank angekündigten Zinserhöhungen.

 

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Die fundamentalen Aussichten für den Dax blieben aber gut, hebt Hürkamp hervor. Die Commerzbank erwartet, dass die Gewinne der im Leitindex gelisteten Unternehmen 2022 im Schnitt um fünf Prozent steigen werden. Dazu beitragen werde eine Lockerung der Coronabeschränkungen und die allmähliche Auflösung der Lieferengpässe „insbesondere für den wichtigen Autosektor“.

Die LBBW sieht den Dax zum Jahresende bei 16 500 Punkten

Robert Halver von der Baader-Bank meint: „Die Angst vor der Zinswende ist schlimmer als die Zinswende selbst.“ Früher oder später werde sich die Nervosität an den Börsen wieder legen. Und auch die Landesbank LBBW erwartet, dass die Kurse spätestens im zweiten Halbjahr wieder steigen, wenn auch nur moderat: Sie sieht den Dax zum Jahresende bei rund 16 500 Punkten, den Euro Stoxx 50 bei 4400 und den US-Leitindex S&P 500 bei 4600 Zählern.

Auch der Dax-Neuling Qiagen legt seine Jahresbilanz vor

Aufregung verursachte zuletzt auch die Bilanzsaison, weil die Ergebnisse großer US-Konzerne wie des Facebook-Mutterkonzerns Meta oder des Zahlungsdienstleisters Paypal hinter den Erwartungen zurückblieben. Auch der Kurznachrichtendienst Twitter dürfte nach Einschätzung von Analysten im ersten Geschäftsjahr nach dem Ausschluss des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump von der Plattform Federn gelassen haben. Die Jahresbilanz wird am Donnerstag veröffentlicht.

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Über Gewinnsteigerungen dürfte dagegen am Dienstag der US-Pharmakonzern Pfizer berichten, der an der Produktion des von Biontech entwickelten Corona-Impfstoffs beteiligt ist. Von der Nachfrage nach Coronatests wiederum profitiert der deutsch-niederländische Diagnostikspezialist Qiagen, der am Dienstag seine Bücher öffnet. Am Mittwoch und Donnerstag ziehen noch fünf weitere Dax-Konzerne Bilanz: Siemens Energy, der Mutterkonzern Siemens, die Deutsche Börse, Delivery Hero und der Industriegase-Hersteller Linde.