Ausblick auf die Börsenwoche: Nach zwei renditestarken Jahren stehen stressigere Zeiten bevor. Mit Donald Trump steigt die Unsicherheit, schreibt unser Finanzreporter.
Nachdem der Dax 2024 um 19 Prozent zulegte und im Vorjahr bereits ein sattes Plus von über 20 Prozent verbuchte, wird die Luft für weitere Kursgewinne dünner. Zumal es bei Marktausblicken für 2025 mit Donald Trump einen enormen Unsicherheitsfaktor gibt. Egal, wie viel Aufwand Banken und Analysehäuser in ihre Prognosen stecken – ein Tweet kann schlagartig alles verändern.
LBBW erwartet Dax-Rücksetzer auf 19.000 Punkte
Ob der künftige US-Präsident seine Zolldrohungen wahr macht und neue Handelskriege anzettelt, bleibt abzuwarten. Offen ist ob der Spannungen in der republikanischer Partei und der engen Mehrheiten im Kongress auch, inwieweit Trump Steuersenkungen, Deregulierung und Massenabschiebungen wirklich durchsetzen kann.
Aber: Turbulent dürfte es mit seinem Amtsantritt so oder so werden. Da Trump bei seiner protektionistischen Agenda besonders exportorientierte Volkswirtschaften wie Deutschland im Visier hat, müssen sich gerade Dax-Anleger auf Gegenwind gefasst machen.
Nach zwei Jahren mit hohen Renditen stehen unruhigere Zeiten bevor. Zuletzt kämpfte der Dax mit der Marke von 20 000 Punkten, Marktbeobachter sehen vorerst wenig Luft nach oben. Die Landesbank Baden-Württemberg erwartet bis zur Jahresmitte einen Rücksetzer auf 19 000 Zähler.
LBBW-Aktienstratege Berndt Fernow befürchtet, dass höhere Inflation und weniger Zinssenkungen sowie ein Wiederaufflammen der Haushaltsproblematik in den USA die Börsen belasten könnten. „Und auch die geopolitischen Konflikte werden den Dealmaker Donald Trump bald einholen, allen voran Irans Atombombenprogramm.“
Euroraum-Inflation und US-Arbeitsmarkt im Marktfokus
Ein Handelskrieg mit China würde die Lage weiter erschweren, während Europas Führungsmächte Deutschland und Frankreich nach neuen Regierungen suchten. „So können wir uns nur alles Gute für das Jahr 2025 wünschen“, schreibt Fernow.
Im Fokus stehen in der ersten vollen Handelswoche des neuen Jahres vor allem Daten zur Euroraum-Inflation (Dienstag), aus der deutschen Industrie (Mittwoch/Donnerstag) und vom US-Arbeitsmarkt (Freitag).