Die Böblinger Kriminalpolizei hatte sich von der Vorstellung eines Sindelfinger Mordfalls aus dem Jahr 1991 in der Sendung „Aktenzeichen XY...ungelöst“ neue Impulse für die Ermittlungen erhofft. Das Hinweisaufkommen ist bisher allerdings gering.
Vor 33 Jahren wurde nahe der Autobahn 81 im Wald zwischen Sindelfingen und Stuttgart-Vaihingen der 35-jährige Siegfried B. ermordet. Als tatverdächtig gilt der heute 67 Jahre alte Alexander Elberg, der sich seit der Tatnacht auf der Flucht befindet. In der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY...ungelöst“ wurde der Mordfall am Mittwochabend nach all den Jahren thematisiert.
Die Böblinger Kriminalpolizei erhofft sich von der Darstellung des Falles, der sich 23. August 1991 ereignete, neue Impulse für die Ergreifung des als gewalttätig geltenden, flüchtigen Tatverdächtigen. Auf Anfrage teilt das zuständige Polizeipräsidium in Ludwigsburg am Donnerstagvormittag allerdings mit, dass während der Livesendung keine telefonischen Hinweise im Studio eingegangen seien. Die Kripo selbst hätten Stand Donnerstagvormittag zwei Hinweise erreicht. Welche Qualität diese haben, wollte die Polizei nicht kommentieren.
Seit 2012 wird der zur Tatzeit 34 Jahre alte Elberg als Tatverdächtiger behandelt. Erste Ermittlungen 1991 gingen davon aus, dass sich B. und Elberg in bei Homosexuellen beliebten Gaststätten in Stuttgart kennengelernt haben durften. Klar ist, das Opfer und Elberg hatten unmittelbar vor der Ermordung sexuellen Kontakt. Aus diesem Grund fand die Kripo Elbergs DNA an der Leiche. Elberg soll B. erschlagen haben.
Elberg kam 1988 nach Deutschland. In den Jahren bis zum Mord hielt sich der in Kasachstan geborene Mann als Wohnsitzloser im Waldgebiet um Sindelfingen auf. In Russland saß Elberg bereits wegen Gewaltverbrechen im Gefängnis. 1993 reiste er wohl nach Schirnowsk in der russischen Region Wolgograd. Die letzte Spur des auffällig am Arm tätowierten, mutmaßlichen Mörders stammt aus dem Jahr 2004. Damals reiste er in die Ukraine ein.
Europas meistgesuchte Straftäter
Europol führt Elberg als einen der meistgesuchten Männer Europas. Die Kripo Böblingen, das Bundeskriminalamt und Europol fragen nun: Wer kann Angaben zum aktuellen Aufenthaltsort Alexander Elbergs machen? Haben Zeugen den Gesuchten in Russland oder in der Ukraine gesehen? Gibt es Personen aus Sindelfingen oder Stuttgart-Vaihingen, die noch Kontakt zu Elberg haben? Wer kennt Hintergründe der Tat, die der Polizei vielleicht noch nicht bekannt sind? Besonders angesprochen werden Personen mit Bezug zu Russland und der Ukraine.
Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat für Hinweise, die zur Ermittlung oder Ergreifung des Gesuchten führen, eine Belohnung von 1500 Euro ausgesetzt. Hinweise nimmt die Kripo Böblingen, Telefon 08 00 / 1 10 02 25 oder per Email an hinweise.kripo.boeblingen@polizei.bwl.de, entgegen. Hinweise können auch in mehreren Sprachen mitgeteilt werden. Weitere Infos zu der Personenfahndung finden sich auf der Website https://eumostwanted.eu/de#/de/elberg-alexander.