Eine ruhige Hand galt es für die Kinder bei der Jonglage unter Beweis zu stellen, Mut und Geschick waren am Trapez gefragt. Foto: Aberle

Mit Mut, Teamgeist und viel Applaus verwandelten sich die Kinder der Fritz-Ullmann-Grundschule und des Kindergartens in echte Zirkusartisten.

Ein Zirkus mit echter Manege, in dem man als Artist auftreten kann: Dieser Traum wurde am Freitag für die Kinder der Fritz-Ullmann- Grundschule und die Wackelzahn-Kinder wahr. Das ganze Projekt war eine große Gemeinschaftsleistung, zu der es die Schule, den Kindergarten, den Elternbeirat und einige Sponsoren benötigte. Schon die ganze Woche wurde fleißig mit vier echten Zirkusleuten aus dem Projektzirkus „Bingo“ geprobt.

 

Die Vorbereitung brachte neben neuen Erfahrungen auch den Mut hervor, vor dem Publikum etwas zu wagen und über sich hinauszuwachsen. Besonders schön zu sehen war in der Vorstellung die Mischung von Kleinen und Großen, die zusammenarbeiten mussten. Davon konnten sich stolze Eltern, Großeltern und Geschwisterkinder überzeugen, beide Vorstellungen waren voll besetzt.

Los ging es mit den Wackelzahn-Kindern, die als Cheerleader gute Laune ins Zirkuszelt brachten. „Oben gute Laune, unten gute Laune“ – das strahlten sie auch aus. Wie alle Gruppen drehten sie zu Beginn und zum Abschluss ihrer Darbietung, wie man es vom großen Zirkus kennt, ihre Runden mit einem Winken ins Publikum. Manche Kinder platzten fast vor Stolz. Weiter ging es mit Tellerdrehen auf einem schmalen Stab. Manche hatten den Dreh raus und konnten den Teller lange halten.

Mit Tüchern und Bällen wurde anschließend jongliert, bevor sich die Clowns in ihren bunten Kostümen auf eine unsichtbare Bank setzten. Nur das Mädchen mit der Zeitung in der Hand saß anscheinend auf der unsichtbaren Toilette. Als Nächstes waren die Hula-Hoop-Reifen dran – ob Schwingen am Arm, am Hals oder in der Taille, mit einem, zwei oder noch mehr Ringen, die Kinder zeigten, was sie in kürzester Zeit gelernt haben.

Mit Mut sensationelle Darbietungen erarbeitet

Auch der Spagat, mit einer Reifenübung verbunden, gehörte dazu. Dann wurde es spannend: Eine große Bodenmatte wurde hereingeschoben und das Trapez heruntergelassen. Mit ganz viel Mut, Disziplin und Ehrgeiz wurden sensationelle Darbietungen geboten. Mehrmals kopfüber, nur an den Füßen eingehängt. Manchmal hingen drei Kinder miteinander verbunden am Trapez. Somit war Vertrauen in die anderen gefragt. Selbst das Absteigen musste mit System vonstattengehen.

Nach der Pause ging es mit Balancierkünsten auf einem Brett weiter. Während die Kleinen noch Hilfestellung benötigten, wagten sich andere immer mehr an weitere Schwierigkeitsstufen heran, zuletzt waren es drei Etagen, was alleine das Aufsteigen schon schwierig machte.

Und dann noch auf das wackelige Brett über der Rolle steigen, da gehörte großer Mut dazu. Die aberwitzigen Clowns suchten anschließend das verlorene Geldstück nicht dort, wo sie es verloren hatten, sondern dort, wo das Licht heller war, was für Heiterkeit im Publikum sorgte. Verblüffende Zaubereien wurden auch geboten, denn was wäre ein Zirkus ohne Zauberer? Faszinierender Zirkus eben, da darf auch mal eine Frage offenbleiben.

Zum Schluss gaben die Kinder noch einmal alles, akrobatische Einlagen und Figuren inbegriffen. Sie hatten dabei richtig Spaß.

Der Projektzirkus

Der Projektzirkus Bingo zeichnet sich laut seiner Internetseite durch Vielfalt und jahrelange Erfahrung aus. Er will ein lebendiges Miteinander fördern, das durch Akzeptanz, Offenheit, Kooperationsbereitschaft, Toleranz und freundlichen Umgang geprägt ist. Das Projekt wird gefördert von dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und „Neustart Kultur“.