Der Akku eines E-Rollers hat in Kandern gebrannt (Symbolfoto). Foto: Federico Gambarini/dpa

Die E-Mobilität ist auf dem Vormarsch. Die Feuerwehr Kandern ist zu ihrem ersten Akku-Brand ausgerückt. Welche Risiken gibt es? Wir haben nachgefragt.

„Das Gefahrenpotenzial ist höher“, sagt Matthias Meisinger, Kommandant der Feuerwehr Kandern. Diese musste, wie berichtet, erst Anfang der Woche mitten in der Nacht zu einem Akku-Brand eines E-Scooters ausrücken. Glücklicherweise konnten die Wehrleute das Feuer in einer Garage schnell löschen und damit Schlimmeres verhindern. Verletzt wurde niemand, jedoch entstand Sachschaden.

 

„Dies war der erste Akku-Brand, den wir hatten“, sagt Meisinger auf Nachfrage unserer Zeitung mit dem Hinweis, dass im Zusammenhang mit der E-Mobilität nirgends auf die Gefahren bei einem unsachgemäßen Umgang hingewiesen werde. Vor allem beim Ladevorgang, wenn ein Akku überhitzt, wenn er beschädigt wird oder wenn es zu einem Kurzschluss kommt, kann es zu brennen beginnen. Auch die Verwendung ungeeigneter Ladegeräte können ursächlich für einen Brand sein.

Der Kanderner Feuerwehrkommandant hält es daher für ratsam, beim Kauf von Akkus nicht auf minderwertige Billigimporte, sondern auf Qualitätsakkus zu setzen, die auch zertifiziert sind. Im Zusammenhang mit der E-Mobilität vermisst der Kommandant einheitliche EU-Normen.

Für das Löschen eines E-Autos werden bis zu 20 000 Liter Wasser benötigt

Wenn es zu einem Akku-Brand kommt, sei die Brandbekämpfung um einiges intensiver, verdeutlicht Meisinger. Der Feuerwehr-Experte nennt ein Beispiel: Werden bei einem normalen Fahrzeugbrand etwa 4000 Liter Wasser benötigt, sind es bei einem E-Auto bis zu 20 000 Liter. Der Löscheinsatz bei Akku-Bränden, durch die auch gefährliche Gase entstehen, sei viel intensiver und die entstehenden Schäden oft schwerwiegender.

Der Kanderner Feuerwehrkommandant Matthias Meisinger Foto: zVg

Deshalb könne durch eine richtige Handhabung, eine sichere Lagerung und regelmäßige Wartung das Risiko von Bränden minimiert werden. Mit Blick auf die zunehmende E-Mobilität und damit mit einer neuen Herausforderung für die Feuerwehrleute ist es laut Meisinger von Vorteil, wenn in den Reihen der Feuerwehrleute sich auch Elektriker, Elektrotechniker oder Elektroniker befinden.