Akku löst Brand aus – diese Schlagzeile sorgte jüngst für Aufsehen, als ein Haus in Hausen vor Wald in Flammen stand. Welche Gefahr verbirgt sich hinter Akku-Bränden, wie reagiert die Feuerwehr darauf und was gibt es im Umgang zu beachten? Wir klären auf.
Es ist eigentlich kaum vorstellbar – der Akku eines kleineren Haushaltsgeräts sorgt dafür, dass am Ende ein ganzes Haus brennt. Dieser Fall in Hausen vor Wald macht aber deutlich, dass der Umgang mit Akkumulatoren bedacht sein sollte. Kreisbrandmeister Florian Vetter gibt einen Einblick, was es aus Feuerwehr- und Benutzersicht für Besonderheiten gibt.
Wie bereitet sich die Feuerwehr auf Akku- und E-Auto-Brände vor?
Florian Vetter erinnert die Problematik der Akku-Brände an die Situation, als die Photovoltaik-Anlagen ihren Siegeszug antraten. Auch hier sei es notwendig gewesen, die Einsatzkräfte auf eine veränderte Einsatzlage vorzubereiten, wenn auf dem Dach eine PV-Anlage installiert war. Und bei den Akkus? „Wir haben Online-Schulungen zum Thema E-Fahrzeuge und allgemein E-Brände angeboten“, so Vetter. Um die Praxis miteinzubeziehen, hätte man einen Benziner zu einem E-Fahrzeug umgebaut und an diesem einen möglichen Brandfall trainiert. „Aber auch die Gemeinden mit ihren Feuerwehren sind angehalten, mit Blick auf solche Schulungen etwas zu tun“, so Vetter.
Grundsätzlich gehe es hinsichtlich der Forschung zum Löschen von E-Bränden sehr dynamisch zu. Entwickelt worden sei für Akku-Bränden von E-Autos beispielsweise eine Löschlanze. Dabei wird ein Dorn in den Akku gedrückt, dann löscht Wasser die Flammen und kühlt gleichzeitig. Für die Feuerwehr gilt: Sobald Strom im Spiel ist, müssen Sicherheitsabstände eingehalten werden.
Ist die Zahl der Akku-Brände gestiegen?
Mit Blick auf E-Autos hat Vetter eine klare Antwort: Nein. „Es brennen weniger Benzinautos als E-Autos, auch wenn die Zahl der E-Autos deutlich gestiegen ist.“ Von den Elektrofahrzeugen würde keine „erhöhte Brandgefahr“ ausgehen.
Was gibt es im Umgang mit Akkus zu beachten?
Mit Blick auf Akkus in Haushalts- und Handwerksgeräten oder Mobiltelefonen gibt Vetter vor allem einen Tipp: Die Angaben des Herstellers zur Verwendungen sollten dringend beachtet werden. Zudem sollten Originalladegeräte verwendet werden. Bei Verformungen des Gehäuses sollte der Akku ausgetauscht und – das sei ebenfalls wichtig – korrekt entsorgt werden. Andernfalls könnten bei der Entsorgungskette Brände entstehen. Wenn Akkus unbeaufsichtigt geladen werden, sollten in der Nähe Rauchwarnmelder installiert sein, gibt Vetter zu bedenken. Auch dann, wenn dies im Keller erfolgt – beispielsweise bei E-Bikes. Denn bei einem Brand könnte giftiger Rauch ins Treppenhaus ziehen und den Fluchtweg abschneiden.
Welche Brandgefahr geht von Akkus aus?
Laut des Instituts für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer (IFS) ist die Brandgefahr von Lithium-Ionen-Akkus vor allem bei unsachgemäßer Handhabung groß. Dann können brennende Gas freigegeben werden, woraus eine „heftige Flammbildung“ resultiert, Akku-Zellen können sogar explodieren. Die meisten Brände entstehen in der Ladephase.