Die 26-jährige Albstädterin resümiert ihre besonderen Momente bei den Olympischen Winterspielen in Livigno.
2030 ist eine wichtige Jahreszahl für die Albstädterin Emma Weiß. „Frankreich reizt mich schon, weil es auch so nahe ist. Ich habe immer gesagt, ich will meinen Sport bis 2030 machen.“
Die Eindrücke von den Olympischen Spielen 2026 sind aktuell noch sehr präsent in ihrem Kopf. „Ich denke, es ist zu wenig Zeit vergangen, als das die Eindrücke schon verschwimmen würden. Es war eine sehr intensive Zeit und eine sehr schöne Zeit in Livigno.“
Das letzte Highlight war die Abschlussfeier in Verona. In einem Amphitheater verabschiedeten sich die Sportler mit einer tollen Show. „Ich hätte mit Peking eigentlich vier Zeremonien mitmachen können. In Verona war es mein erste. Es war ein würdiger Abschluss“, erzählt die 26-Jährige.
Ski-Akrobatin geht ihren Weg
Von einer Besonderheit berichtet uns Emma Weiß. „Ich kann nicht 3D sehen, ich sehe nur 2D. Da wurde bei mir schon als Kind festgestellt. Auf einem Auge hatte ich zusätzlich nur eine Sehstärke von 20 Prozent.“ Das ist umso erstaunlicher, als bei ihrer Disziplin Aerials besonders die räumliche Wahrnehmung in der Luft eine Riesenrolle spielt. „Ich glaube schon, dass das mich bei meinem Sport einschränkt, aber ich weiß nicht, wie groß der Unterschied wäre, wenn ich es könnte.“
Die 26-Jährige ließ sich von dieser Beeinträchtigung aber nicht davon abbringen ihre Sportart auszuüben. „Bei mir ist es immer so, wenn wir auf einer neuen Anlage sind, lande ich – obwohl ich eine sehr gute Landerin bin – am ersten Tag nicht gut. Dann verarbeitet das mein Gehirn über Nacht, und am nächsten Tag geht es dann immer besser.“ Mittlerweile sieht sie auf ihrem Auge auch 100 Prozent.
Einzige Deutsche am Start
Und sie sagt: „Eigentlich krass, dass ich da gelandet bin, wo ich gelandet bin.“ Und gelandet ist sie auf dem 12. Platz im Finale der Olympischen Spiele. Ihr Vater Armin war an der Schanze als ihr Trainer mit dabei. Ihre Mutter Eva und ihre Schwester Pauline waren im Zielbereich. Es war ein toller Familienmoment.
Sehnsucht nach Ruhe
Nach den aufregenden Tagen in Livigno sehnt sich Emma Weiß nun nach Ruhe. Die will die gläubige Christin sich ab April in zwei verschiedenen Klöstern gönnen. „Taizé ist da immer ein Ziel. Da habe ich in den vergangenen Jahre Vorträge gehalten über Glaube und Leistungssport. Dann möchte ich noch in ein Kloster im Schwarzwald.“
Sehr viele Anfragen
Im März geht der Medienmarathon aber erst einmal weiter, sie habe sehr viele Anfragen vom Fernsehen und von Magazinen. Erstmal war die Olympionikin froh im heimischen Ebingen einen gemütlichen Abend mit Freunden und Sponsoren zu verbringen.
Ein Rückblick
Ihr Vater und Trainer stand am Grill. In einer kleinen Ansprache ließ er die Vorbereitung auf die Winterspiele Revue passieren. Im April 2025 sei die Absage der Ukraine gekommen. Als deutsche Einzelstarterin reist Emma Weiß immer mit einer anderen Nation.
Der Papa als Trainer
„Ich habe mit Emma dann das komplette Sommertraining in der Schweiz gemacht. Sonst bin ich immer zehn Tage mit dabei gewesen. Im letzten Jahr waren es 40,45 Tage. Dann hatte ich eigentlich gedacht, dass sie mit dem tschechischen Trainer die Olympiade macht. Doch so Richtung Weihnachten habe sich immer mehr herauskristallisiert, dass die Emma das gerne mit mir machen würde“, erzählt Armin Weiß und dann wurde es emotional.
Emma verdeutlichte: „Wir sind ja sehr abhängig von unseren Trainern in der Luft, weil sie uns ja zurufen. Und die Probleme im Bezug auf Olympia haben sich dann weitestgehend in Luft aufgelöst, als ich realisiert habe, dass der Papa der Beste ist.“
Es kullern die Tränen
Am Finaltag seien dann einige Tränen gekullert. Für die Familie Weiß war Olympia 2026 sehr emotional und einzigartig. Und Emma Weiß sagte abschließend: „Das sind nicht meine olympischen Spiele, es sind unsere.“