Die Simon Group hat 1,5 Millionen Euro in einen neuen Hochtemperatur-Sinterofen für neue Werkstoffe investiert. Er wartet auf seinen endgültigen Platz in der Produktionshalle. Foto: Fritsche

Corona hin oder her: Auch im Geschäftsjahr 2020 hat die Indus Holding AG durch ihre breite Portfolio-Aufstellung schwarze Zahlen erwirtschaftet.

Bergisch-Gladbach/Aichhalden - Wie die Indus Holding AG in dieser Woche bekannt gab, erzielte sie im Geschäftsjahr 2020 einen Umsatz in Höhe von 1,56 Milliarden Euro (Vorjahr 1,74 Milliarden Euro). Vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie und des strukturellen Wandels in der Automobilbranche lag das operative Ergebnis (EBIT) bei 25,1 Millionen Euro (Vorjahr 117,9 Millionen Euro). Die EBIT-Marge betrug 1,6 Prozent (Vorjahr 6,8 Prozent). Bereits im zweiten und dritten Quartal hatte die Indus-Gruppe nicht zahlungswirksame Wertminderungen auf Geschäfts- und Firmenwerte sowie Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte von insgesamt 40,6 Millionen Euro ertragswirksam erfasst.

Die EBIT-Marge vor Wertminderungen betrug 4,2 Prozent (Vorjahr 7,8 Prozent). Das Ergebnis vor Steuern (EBT) belief sich auf 9,6 Millionen Euro (Vorjahr: 99,0 Millionen  Euro). Das Ergebnis nach Steuern betrug minus 26,9 Millionen Euro (Vorjahr: 60,1 Millionen Euro).

Segment Bau/Infrastruktur

Das Indus-Portfolio umfasste zum Bilanzstichtag 46 Beteiligungen, darunter die Simon Group in Aichhalden. Unbeeindruckt von der Corona-Krise erreichte die EBIT-Marge im ergebnisstärksten Segment Bau/Infrastruktur in 2020 mit 16,8 Prozent einen neuen Höchststand. In der Fahrzeugtechnik belasteten dagegen starke Corona-Auswirkungen und der strukturelle Umbruch der Automobilindustrie Umsatz und Segmentergebnis. Die Beteiligungen im Segment Maschinen- und Anlagenbau haben sich in der Krise gut behauptet, konnten aber trotz einer im Herbst beginnenden Erholung den Corona-bedingten Markteinbruch im zweiten Quartal nicht vollständig ausgleichen. Auch das Segment Medizin- und Gesundheitstechnik spürte umsatz- und ertragsseitig die Auswirkungen der beiden Lockdowns.

Das umsatzstärkste Segment Metalltechnik hatte aufgrund eines wachsenden internationalen Geschäfts mit Hartmetall­produkten im Jahr 2020 nur leichte Einbußen. "Durch Ihre breite Aufstellung konnte sich die Simon Group im schwierigen Jahr 2020 mit einem Umsatzrückgang von lediglich vier Prozent gegenüber dem Vorjahr gut behaupten. Besonders erfreulich ist, dass die Strukturveränderungen am Standort Aichhalden ohne betriebsbedingte Kündigungen bewältigt werden konnten", erklärt Indus-Vorstandsvorsitzender Johannes Schmidt. "Insbesondere das internationale Geschäft lief gut und verzeichnete weitere Zuwächse".

Dividende vorgeschlagen

Vor dem Hintergrund des starken operativen Cash-Flows in Höhe von 174,4 Millionen Euro und der verbesserten Aussichten für das Geschäftsjahr 2021 schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 26. Mai 2021 eine Dividende auf Vorjahreshöhe von 0,80 Euro je Aktie vor. Damit würden rund 55 Prozent des Bilanzgewinns der Indus Holding AG ausgeschüttet werden.

Prognose für 2021

Im laufenden Jahr erwartet Indus eine deutliche Erholung bei gleichzeitiger hoher Unsicherheit. Der Vorstand geht bei einem guten Start im Januar und Februar 2021 von einem Umsatz zwischen 1,55 und 1,70 Milliarden  Euro und einem wieder deutlich höheren EBIT von 95 bis 110 Millionen Euro aus. Bei dieser Prognose sind Neuerwerbe auf erster und zweiter Ebene noch nicht berücksichtigt.

"Die jüngsten Zukäufe von Jungmann Systemtechnik GmbH & Co. KG (JST) und WIRUS Fenster GmbH & Co. KG zeigen, dass sich der M&A-Markt wieder belebt und weitere attraktive Ziele für uns bietet", erklärt Johannes Schmidt.

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