Die Gemeinde stockt ihre Geschäftsanteile am Netzbetreiber Netze BW um weitere 250 000 Euro auf insgesamt 500 000 Euro auf. Die Rendite beträgt für die neuen Anteile lukrative 4,38 Prozent.
In der Sitzung des Gemeinderats berichtete Kämmerer Philipp Stahl über die Möglichkeit der Gemeinde, weitere Anteile an der Netze BW GmbH, dem Herzstück der EnBW, zu erwerben. Es handle sich dabei um eine auf unbestimmte Zeit dauernde gesellschaftsrechtliche Beteiligung. Diese könne alle fünf Jahre aufgestockt, gesenkt oder gekündigt werden.
In diesem Zusammenhang werde auch die Rendite für den jeweils nächsten fünfjährigen Zeitraum festgelegt. Die Rendite betrage aktuell 4,38 Prozent, wovon Kapitalertragssteuer und Solidaritätszuschlag in Höhe von 15,83 Prozent abgeführt werden müssen. Sollte sich der Unternehmenswert der Netze BW zum Ende des Jahres 2024 erhöhen, steige die Verzinsung der bestehenden Anteile entsprechend, erläuterte der Kämmerer.
Deutlich mehr Rendite
Die Höhe der Anteile sei frei wählbar ab einem Mindestbetrag von 200 000 Euro bis maximal 1,184 Millionen Euro. Im Mai 2021 habe die Gemeinde Anteile im Wert von 250 000 Euro zu einem Zins von 3,5 Prozent erworben. Nun gebe es mit 4,38 Prozent deutlich mehr Rendite. Die Verträge mit neuer Beteiligungssumme müssten bis Ende Dezember 2024 unterschrieben sein. Die Vertragslaufzeit gelte ab Juli 2025 und könne im fünfjährigen Rhythmus angepasst werden, schilderte Stahl.
Aus Sicht der Verwaltung handle es sich bei dem Beteiligungskonzept der „EnBW vernetzt“ um eine sichere Geldanlage mit guter Verzinsung. Zugleich ermögliche sie den Kommunen, an Planungen des überörtlichen und kommunalen Stromnetzes mitzuwirken. Trotz aller anstehenden Investitionen in den nächsten Jahren schlage die Verwaltung eine Erhöhung der bisherigen Beteiligung um 250 000 Euro vor. Ab Juli 2025 werde die Gemeinde dann für die Gesamtsumme von 500 000 Euro einen Zins von 4,38 Prozent erhalten, unterbreitete der Kämmerer.
Viel Kapital benötigt
Auch Bürgermeister Michael Lehrer sprach von einer attraktiven und risikoarmen Geldanlage für die Gemeinde. Die EnBW müsse ständig in ihre Netze investieren, auch zum Wohl der Kommunen. Hierzu benötige sie sehr viel Kapital. Dass die EnBW den Kommunen eine Beteiligung anbiete mache Sinn, denn die Energiewende finde im Verteilnetz jeder Kommune statt. Mit einer Beteiligung erhielten diese die Möglichkeit, an den Themen der Zukunft nah dran zu sein und mitreden zu können.
Aktuell seien 214 Kommunen in Baden-Württemberg mit mehr als 300 Millionen Euro an der Netze BW GmbH beteiligt. Dies entspreche 14 Prozent des Unternehmenswerts. „Es gibt Kommunen, die nehmen extra ein Darlehen auf, um sich beteiligen zu können. Das brauchen wir nicht. Die Laufzeit von fünf Jahren ist überschaubar“, warb der Bürgermeister um Zustimmung, die einstimmig erfolgte. Lehrer wurde beauftragt, die Verträge im Namen der Gemeinde zu unterzeichnen.