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Aichhalden/Schiltach Google Maps leitet von B 462 auf Nebenstrecke um

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Ab 50 Stundenkilometern zeigt die Warntafel der Gemeinde Aichhalden im "Loch" die Geschwindigkeit als "zu schnell" an. Es gibt dort zwar keine Streckengeschwindigkeitsbeschränkung, indes folgt kurz danach eine scharfe Kurve. Foto: Wegner

Aichhalden/Schiltach - Transporter mit Anhänger, Kleinlaster und zahlreiche Autos. Das Aichhalder Loch kann mittlerweile schon nicht mehr als "Geheimtipp" für eine Umfahrung des B 462-Staus in Schramberg gelten - so viele sind dort schon unterwegs. Warum das so ist, lesen Sie in unserem (SB+)Artikel.

Kaum eine Minute konnte jüngst ein Mitarbeiter des Aichhalder Bauhofs ungestört das ausgefahrene Bankett entlang der Gemeindeverbindungsstraße durch das Aichhalder Loch – auf Schiltacher Gemarkung ab der "Aichhalder Mühle" heißt der Bereich Hinterer Erdlinsbach – ausbessern. Ständig hätten Autofahrer gehupt, weil sie passieren wollten.

Strecke als kürzester Weg zur Autobahn

"In Hinterlehengericht zeigen neuestens die Navis an, gleich links abzubiegen", weiß auch Schiltachs Hauptamtsleiter Michael Grumbach von Fällen, in denen die dafür nicht ausgebaute Strecke als kürzester Weg vom Kinzigtal zur Autobahn A 81 ausgegeben wird.

Lesen Sie auch: Navis leiten Autos durchs Aichhalder Loch

Vor allem dann, wenn sich in Schramberg der Verkehr vor der derzeitigen Baustelle der Bundesstraße 462 auf dem Paradiesplatz staut, springt die Verkehrsempfehlung von der eigentlichen überörtlichen Route ganz schnell auf das Aichhalder Loch um. Das kann jeder selbst beispielsweise bei Google Maps beobachten, der dort vom Kinzigtal aus ein Ziel ab Dunningen eingibt. Dabei reichen schon Wartezeiten von zwei bis drei Ampelphasen aus, um die Routenempfehlung auf die Gemeindeverbindungsstraße umschwenken zu lassen.

Seit mehreren Wochen misst die Gemeinde Aichhalden – derzeit auf Höhe des Freizeitheims "Loch 8" – talwärts die Zahl der Fahrzeuge und lässt zudem die Geschwindigkeit der Autofahrer anzeigen. Obwohl es auf der Strecke keine Geschwindigkeitsbeschränkung gibt, zeigt die Tafel ab 50 Stundenkilometer die Nachricht "zu schnell – an. Und es sind einige Autofahrer, darunter auch solche mit größeren Fahrzeugen und/oder Anhänger, die eine solche Anzeige zu Gesicht bekommen.

Bis 800 Autos am Tag

Zwischen 350 und 400 Fahrzeuge sind es derzeit täglich, die die Strecke in eine Richtung nutzen, vornehmlich zwischen 7 und 18 Uhr, – von montags bis freitags ansteigend, wie die Auswertung der Messtafel am gestrigen Donnerstag ergeben hat.

Wer derzeit im Aichhalder Loch eine Weile den Verkehr beoachtet, der sieht auch schnell, dass mittlerweile nicht einmal die Hälfte der Fahrzeuge, die teilweise mit wenig angepasster Geschwindigkeit "durchrauschen", wie Anwohner sich ärgern, ein einheimisches Fahrzeugkennzeichen aufweisen.

Handwerkerfahrzeuge aus ganz Baden-Württemberg, Firmenwagen aus ganz Deutschland sowie Wohnmobile und Kleinlastwagen aus ganz Europa sind auf der Strecke zu beobachten. Dabei halten sich einige nicht einmal an die Tonnagebeschränkung.

Viele fahren zu schnell

Immer wieder, so berichten Beobachter, kommt es zu Beinahe-Unfällen, auch weil das gefahrene Tempo nicht immer zu den scharfen und wenig einsehbaren Kurven auf der schmalen Strecke passt.

85 Prozent der Gemessenen liegen bei 49 Stundenkilometer, so Lehrer, es gebe aber auch andere, die tagsüber mit 90 dort unterwegs seien.

Software-Update kommt zu spät

Das Landratsamt als zuständige Verkehrsbehörde sieht nach Worten von Aichhaldens Bürgermeister Michael Lehrer derzeit keinen Handlungsbedarf einer temporären Sperrung des Lochs für überörtlichen Verkehr mit einem Zusatzschild "Anlieger frei" und verweise auf die Möglichkeit der Gemeinde, die Hersteller von Navigationssoftware dazu zu bringen, ihre Produkte anzupassen, damit diese die Gemeindeverbindungsstraße nicht weiter als schnelle Verbindung ausweisen.

Lehrer hat deswegen zwar schon an Google Deutschland geschrieben – indes eine Softwareänderung kommt, um das derzeitige Verkehrsaufkommen zu reduzieren, zu spät. Nicht alle Navigationsgeräte werden von den Nutzern sofort aktualisiert oder können sofort aktualisiert werden. Und Google allein ist nicht Lieferant von Navigationsdaten, so dass Lehrer hier eher skeptisch ist.

Landratsamt verweist auf "Feedback"-Funktion

"Bei der Verbindung ... handelt es sich um eine Gemeindeverbindungsstraße ..., die vorwiegend dem Verkehr zwischen benachbarten Gemeinden dient, also gerade den zwischenörtlichen allgemeinen Verkehr und nicht nur den Anliegerverkehr aufnehmen soll. Eine straßenverkehrsrechtliche Beschränkung nur für Anlieger würde insoweit der straßenrechtlichen Widmung der öffentlichen Straße zur allgemeinen Nutzung (Gemeingebrauch) widersprechen; das ist rechtlich nicht zulässig", heißt es dazu aus dem Landratsamt.

"Dass diese Gemeindeverbindungsstraße auch häufiger von Ortsunkundigen befahren wird, liegt vor allem daran, dass diese in der Navigationssoftware als schnellste Verbindung ... angezeigt wird. ... Wir haben die Navigationssoftwarehersteller bereits auf die vorhandene Beschränkung hingewiesen. Es besteht ferner die Möglichkeit über die "Feedback"-Funktion (zum Beispiel bei google maps) eine Rückmeldung über die Ungeeignetheit für den überörtlichen Verkehr zu geben. Auf diese Möglichkeit haben wir die betroffenen Kommunen hingewiesen", schreibt Dezernentin Martina Bitzer auf Anfrage.

"Verschiedene Maßnahmen", die vor allem auch die Geschwindigkeit reduzieren sollen, sieht die Stadt Schiltach eher als Chance, um den Verkehr zu bremsen. Dort sind aktuell zwar keine speziellen Klagen von Anwohnern bekannt, das Thema sei aber "ein Dauerbrenner", wie Grumbach sagt. Und von für die Strecke zu großen Wohnmobilen hat er auch schon gehört. Mehrfach, so weiß er, habe es auch schon früher Ortstermine mit Landratsamt und Polizei gegeben.

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